Die Produktion von taiwanesischem Oolong

Am Samstag morgen trafen wir bei Aming ein, einem Teebauern, der noch nach traditioneller Art Oolongtee herstellt. Hier wurden wir bereits mit 120 Kg frisch gepflückten Si Jijuen Oolongteeblättern erwartet, die auf ihre Verarbeitung warteten. Wir bekamen traditionelle Kopftücher und Schürzen verteilt und begannen mit der Arbeit. Zuerst welkten wir die Teeblätter in der Morgensonne, um sie nach erreichen der richtigen Welkstufe vorsichtig zu wenden. Entscheidend hierbei ist, die Blätter möglichst sanft zu behandeln, da sonst die Qualität beeinträchtigt wird und der Aufguss trüb und bitter werden kann.

Nach dem Wenden und einer erneuten Welkzeit füllten wir die Blätter in Stoffsäcke und fuhren in den klimatisierten Keller, wo wir je ca 1,5 Kg Teeblätter in runde, flache Bambuskörbe füllten und in rollbare Regale stapelten. Während der nun folgenden 2,5 Stunden Welkzeit erfolgte eine Oolongschulung von Meister Chen, während der wir lernten, Produktionsfehler im Tee zu erschmecken und zu erriechen. Nach Ende der Schulung ging es wieder in den Keller, um erneut zu Wenden. Interessant ist, wie sich der Geruch des Tees über den Welkzeitraum veränderte. Er wechselte von grasig zu blumig und kehrte nach dem Wenden wieder zu einer grasigen Note zurück. Da es jetzt schon gegen Abend war, fuhren wir schnell in ein Restaurant, um uns zu stärken, denn nach genau 2,5 Stunden erwartete uns das 3 Welken. Nachdem wir unsere Arbeit im Keller erledigt hatten, erfolgte wieder eine Oolong Schulung, diesmal mit Schwerpunkt Hochland Oolong, Ali Shan und Li Shan in verschiedenen Altern und Verarbeitungen, sowie ein Test, bei dem wir lernten, worin der Schlüssel zu gutem Oolongtee liegt.

Gegen 21:30 Uhr ging es erneut in den Keller, wo uns ein atemberaubender, blumiger Duft empfing, den man nicht beschreiben kann, sondern den man erlebt haben muss. Es wurden große Bambustrommeln herbeigeholt, in die die Bambuskörbe gelehrt wurden. Die Trommeln haben die Aufgabe, die Blattränder zu beschädigen und ungewollte Blattreste sowie Blattstängel aus dem Tee zu entfernen. Durch die Beschädigung und das Walken der Blätter wird die Flüssigkeit in den Blättern verteilt und das Blatt stabilisiert. Nach Abschluss dieses Vorgangs, der ca. 75 Minuten benötigte, wurden die Trommeln gelehrt und wir füllten die Blätter erneut in Bambuskörbe, diesmal aber in einer wesentlich dickeren Schicht, wo sie die nächsten 7 Stunden fermentieren sollten. Als Lohn für unsere harte Arbeit bekamen wir nach einer kurzen Schulung über gelagerte Oolongs einen wildgewachsenen Ali Shan aus dem Jahre 1983 zur Verkostung, von dem noch 150g existieren. Nach einem Mitternachtssnack, den Amings Frau für uns zubereitet hatte, ging es weit nach Mitternacht ins Bett und wir mussten uns mit dem Schlafen wirklich beeilen, denn um 5:30 Uhr wartete der Tee darauf, weiter bearbeitet zu werden. An dieser Stelle sei bemerkt, das unser Tagesablauf im Vergleich zu dem eines Teebauers noch als ziemlich entspannt gesehen werden kann. In der Erntezeit bekommen die Bauern nämlich sehr wenig Schlaf, meist schlafen sie 1 bis 2 Stunden bei den Maschinen, denn der Tee bestimmt dann den ganzen Tagesablauf und die Abständen zwischen den Arbeitsschritten müssen genau eingehalten werden, will man einen qualitativ hochwertigen Tee erhalten.
Nach viel zu kurzer Nacht beeilten wir uns, wieder zu unserem Tee zu kommen, denn das Erhitzen und Rollen stand an. In der Nacht hatte es leider stark angefangen, zu regnen, sodass bei unserer Ankunft bei unserem Teebauern das Welken noch nicht vollständig abgeschlossen war. Nach einer kurzen Schulung über die Feinheiten der Teeproduktion war unser Tee bereit, erhitzt zu werden. Die Blätter wurden aus den Bambuskörben in große Metalltrommeln gefüllt und bei 160 Grad erhitzt, um im richtigen Zeitpunkt in die Rollmaschine und dann in die Trocknungsmaschien gefüllt zu werden.

Nach Durchlaufen des Trocknungsvorgangs füllten wir die Blätter in Stoffsäcke, um sie unter großem Druck zu rollen. Nach einigen Minuten wurden die Säcke wieder geleert, der Tee leicht erhitzt, erneut in Säcke gefüllt und wieder gerollt. Dieser Vorgang wird mindestens 21 Mal wiederholt. Nach Abschluss dieser Arbeit sollten aus unseren ehemals 120 Kg Teeblättern 24 kg Oolong Tee.
Wir konnten wirklich einen, wie unser Meister bestätigte, Spitzenoolong produzieren, den wir in Kürze bei uns im Geschäft für Sie zur Verkostung und zum Verkauf anbieten. Ein Original Gewürz und Teehaus Schnorr Tee, produziert von Hans Jürgen Nies und Christof Heinickel. Wir freuen uns, Ihnen am Samstag, den 09.05.2009 Ihre Fragen zu beantworten und mit Ihnen wunderbare Taiwanesische Oolongs zu verkosten!

Es verabschieden sich Hans Jürgen Nies und Christof Heinickel

Der Jademeister Lin, Ali Shan und die Dong Ding Berge. Endlich im Tee!

Gestern morgen fuhren wir los Richtung Ali Shan Berge, die sich bis zu einer Höhe von über 4000 Meter erheben, um die dortigen Teeplantagen zu besichtigen. Unterwegs machten wir Halt bei Jademeister Lin, einem in Taiwan berühmten Künstler, der Jadekannen aus einem Block schnitzt. Dort erwarben wir eine wunderschöne Teekanne aus Jade, die wir noch vom Meister selbst graviert bekamen. Anschliessend ging es weiter zu den Ali Shan bergen, die wir gegen Mittag erreichten. Nach einer kurze Pause ging es in eine Plantage, in dem Jin Xuen Ali Shan Oolong angebaut wird. Dort lernten wir, anhand der Blattform und Größ, Blattfarbe und der Stängellänge auf die Qualität des Tees zu schließen und bekamen erklährt, welche Fehler beim Anbau auftreten können, welche Tricks die Bauern desweilen anwenden, um den Ertrag zu erhöhen und wie man Beides erkennen kann. Nach einer kurzen Nacht auf 1400 Metern fuhren wir heute Früh in Richtung der Dong Ding Berge. Nach unserer Ankunft wurden wir vom Lugo Teeverband begrüßt und nahmen anschließend an einem Vortrag über Dong Ding Oolong teil, nach dessen Beendigung wir vom taiwanesischen Fernsehen interviewt wurden.Wir werden versuchen, einen Mitschnitt zu bekommen.

 

Im Anschluß besuchten wir das Dorf auf dem Gipfel des Dong Ding Berges. Dort hatten wir das Glück, einen Teebauern bei der traditionellen Oolongtee Röstung beobachten zu dürfen. Die Röstung findet wie in alten Zeiten über Holzkohle in Bambuskörben statt, in denen der Tee über 10 Stunden bei 100 Grad langsam geröstet wird. Dort erhält er das auch in unserem

Dong Ding vorhandene Aroma nach getockneten Pflaumen. Von den Dong Ding Bergen aus fuhren wir zum Sonne Mond See, von dem wir morgen früh zu dem einzigen Schwarztee Anbaugebiet Taiwans aufbrechen werden. Anschließend werden wir ab Mittag bis in die frühen Morgenstunden selbst Oolongtee produzieren, und zwar vom Pflücken über das Welken, Fermentieren und Rollen. Da wir auf dem Land bei dem Teebauer kein Internet haben werden, können wir frühestens Sonntag wieder den Blog aktualisieren.
Hans-Jürgen Nies, Christof Heinickel

Die Porzellanstadt Yingge

Heute morgen brachen wir auf, um die Porzellanstadt Yingge zu erkunden. Unser erstes Ziel war das Artellier des in Taiwan berühmten und preisgekrönten Künstlers Chao Chong Hsu, der für seine ungewöhnlichen und wunderschönen Glasuren und seine kunstvolle Malerei bekannt ist. Hsu hat den Brennvorgang perfektioniert und erzielt mit feinen Unterschieden in der Brenntemperatur ungewöhnlich farbintensive Glasuren und Effekte. Er stellt, u. a. , wunderschöne Teesets her, wobei ein Schälchen nur ca. 12 Gramm wiegt und fast durchsichtig ist. Anschließend gingen wir auf Entdeckungs- und Einkaufstour durch die Geschäfte von Yingge und konnten einige sehr leichte, klassische Tonkännchen für Sie erwerben.

Auf dem Rückweg nach Taipeh machten wir einen Stop bei dem Pu-Er Laden von Herrn Jo, einem Erzeuger und Importeur von Sheng Pu-Er, nicht künstlich fermentiertem, hellen Pu-Er. Dort probierten wir Raritäten wie einen Pu-Er aus Teeblüten wildwachsender, über 700 Jahre alten Pu-Er Bäumen mit Noten von getrockneten Feigen und Honig, ein einmaliges Erlebnis.

Wir konnten anschließend einige 2007er 50g Pu-Er Fladen erstehen, die leicht und wunderbar mild im Aufguss sind, ideal um in das Thema Pu-Er einzusteigen, garantiert ohne Kellergeruch!
Zurück in Taipeh erklommen wir mutig das höchste Gebäude Asiens, den Taipeh 101, dessen Aufzug die 89 Stockwerke in 36 Sekunden bewältigte. Eine Geschwindigkeit von 1010 Metern pro Minute. Wenn man in Taipeh ist, sollte man sich das nicht entgehen lassen.

Wir verabschieden uns für einige Zeit, da wir morgen früh in die Ali Shan Berge aufbrechen, um an der Teeernte teilzunehmen. Leider ist nicht abzusehen, wann wir wieder Internetverbindung haben. Spätestens am Montag erfolgt ein ausführlicher Bericht mit vielen Fotos vom Ursprung des Tees in Taiwan.
Viele Grüße von Hans Jürgen Nies und Christof Heinickel

Das National Palace Museum Taipeh und die Gongfu Cha Zeremonie

Heute war in Bezug auf Neuheiten im Teebereich ein eher ruhiger Tag, nachdem wir gestern den ganzen Tag Unterricht bei Herrn Chen hatten. Nach dem Frühstück fuhren wir in das taiwanesische Palastmuseum, um Gegenstände zur Zubereitung. Lagerung und zum Genuss des Tees aus mehreren Jahrtausenden zu bewundern und die Herstellungsweise von Porzellan, Celadon und Cloisonnearbeiten kennenzulernen.

Nach einem kurzen, aber beeindruckenden Besuch des angeschlossenen Palastgartens fuhren wir zu Herrn Hanshin, der Institution fürhandgemachtes Tongeschirr und ausgefallene Töpfer- und Glasurarbeiten. Hier wurden wir von zwei Teemeisterinnen

in die taiwanesische Gongfu Cha Zeremonie eingeführt. Die Gongfu Ca Zeremonie ist in einfachen Worten die Kunst, einen Tee zuzubereiten, der die Seele beruhigt und erfreut und durch die Auswahl der Teemenge, der Wassertemperatur und der Ziehzeit den bestmöglichen Tee aufzugießen.

Der Teemeister oder die Meisterin hält bei den einzelnen Aufgüssen die Temperatur absolut konstant, um gleichbleibende Aufgüsse zugewährleisten.

 

Die Gongfu Cha Zeremonie erfordert von Seiten des Teemeisters hohe Konzentration und Disziplin, von dem Teetrinker Geduld und die Fähigkeit, sich auf den Tee durch Betrachten des Aufgusses, dem Wahrnehmen der feinen Geruchsnuancen und durch bewusstes Schmecken der Aromabestandteile.

 

Im Anschluss an diesen hochinteressanten Lehrgang waren wir zu einem Banquett mit dem Schweizer Botschafter in Taiwan eingeladen. Von diesem Essen werden wir wohl heute Nacht träumen!
Morgen brechen wir bereits früh in die Porzellanstadt Yingge auf. Dort werden wir mit viel Glück einige schöne Tonkännchen erstehen, danach steht ein Besuch bei einem bekannten Pu-Er Hersteller auf dem Programm, der alle seine Tees selbst in China produziert, um sie dann in seine Heimat zu importieren.

Teeschulung mit Herrn Huang Tan Chen

Heute hatten wir die große Ehre, an einer Teeschulung mit Thema taiwanesischem Oolong Tee, gehalten von Herrn Huang Tan Chen, teilzunehmen. Herr Chen ist ein in Taiwan sehr geschätzter Teemeister und Autor, der fast schon als Nationalheiligtum gilt.

Wir lernten über Beispiele die Geschmacks-charakteristika der verschiedenen
Oolong-pflanzen und Anbaugebiete kennen und zu unterscheiden, sowie Fehler während derErnte und in der Verarbeitung der Teeblätter zuschmecken, ebenso gingen wir auf die Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Pflückzeiten des Tages (6 bis 18Uhr) ein. Anschließend wurden uns die verschiedenen Herstellungsarten, streifige Oolongs, halbkugelige und kugelige Oolongs , erklärt, wobei die heute meistproduzierte Form der kugelige Oolong ist. Fragen diesbezüglich werden wir bei unserer Teepräsentation am 09.05.2009 beantworten.
Wir konnten für Sie 2Kg eines noch nicht einmal 7 Tage alten, nach dem 13.04.2009 geernteten Formosa Mingjian Jin Xuan Oolong von Teemeister Chen erwerben. Dieser Oolong zeichnet sich durch eine feine milchige Note und klare liebliche Süße aus, der im Hintergrund leichte Noten von Ostmanthus entwickelt. Da wir nur eine sehr begrenzte Menge vorrätig haben, bitten wir Sie telefonisch oder per Mail vorzubestellen, die Verkostung und der Verkauf findet am 09.05.2009 im Zuge unserer Oolong Präsentation statt.

Einen schönen Abend wünschen Hans Jürgen Nies und Christof Heinickel, Taiwan 2:15 Uhr morgens….

Angekommen!

Nach 12,5 stündiger Flugreise, die überwiegend sehr ruhig verlief, sind wir heute morgen um 6:30 Uhr Ortszeit in Taipeh eingetroffen.
Kurz nach unserer Ankunft ging es auf den Blumen- markt in die Innenstadt, um auf Aromaexpedition zu gehen. Uns wurden die Verbindung zwischen den taiwanesischen Blumen und verschiedenen duftenden Orchideenarten und den verschiedenen Aromen der Oolongtees anschaulich gemacht.Im Anschluß fand im Wistaria Teahouse, das von dem weltweit bekannten Teemeister Chow Yu geführt wird, eine Pu-Er Verkostung und Schulung mit unsere Gruppe statt. Wir verkosteten Pu-Er aus den Jahren 2003, dem Tze Ping aus Yiwu und gelagerten Meng Hai Pu-Er aus dem Jahre 1985, und einen Pu-Er aus dem Jahre 1950, den uns die Besitzerin des Teehauses als Geschenk anbot.

Die Aromen waren überwältgend und reichten von getrockneten Plaumen über Honig bis hin zu Schokolade.Wir verabschieden uns für heute, morgen findet eine Teeschulung mit dem bekanntesten Teemeister Taiwans

statt, wir werden berichten.

Wir sind für Sie unterwegs…. In Taiwan

Ab dem 18.04.2009 sind wir für Sie in Taiwan in den großen Teeanbaugebieten, unter anderem in den Ali Shan und Dong Ding Bergen, unterwegs. Wir werden, wenn möglich, täglich mit Fotos berichten, unter anderem werden Sie hier in Kürze eine detaillierte Beschreibung der Oolong Herstellung finden.