23.04.2015 – Sanyi -Taiwanesische Töpferkunst

Nachdem wir wieder einige Stunden im Bus verbracht hatten, erreichten wir Sanyi. Dort fuhren wir zu einer alten Töpferei, die bereits seit mehreren Generationen in Familienbesitz war. Dort verwendet man nur Tonerde aus lokalem Abbau, die mit Maschinen aufbereitet wird, die älter als ein halbes Jahrhundert sind.

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Zuerst kommt die Tonerde in eine Steinmühle, in der sie für 4 bis 5 Stunden gemahlen wird.

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Danach werden die Steine aussortiert und die Tonmasse verdichtet.

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Anschließend wird der Ton geknetet und noch einmal hydraulisch gepresst.

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Früher stellte die Töpferei viele Gegenstände des täglichen Lebens her, so wurde früher Sojasauce, Gemüse, Essig und viele andere Lebensmittel in Tontöpfen gelagert.

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Die Töpfer in dieser Töpferei sind zwischen 60 und 86 Jahren alt. Der Meister sagte uns, dass sie lieber etwas nützliches tun, als sich in Rente zu langweilen.

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Weiter ging es zum gasbefeuerten Brennofen, in dem bei ca. 1100 Grad gebrannt wird.

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Anschließend dann zum holzbefeuerten Stufenofen, in dem die Hitze durch verschiedene Brennkammern, bis zu 6 wären möglich, zieht und der mit Temperaturen zwischen 1200 und 1300 Grad brennt. Brenngut, dass hier hineinkommt, wird nicht glasiert sondern erhält eine Ascheanflugglasur und es brennen meistens mehrere Töpfermeister gleichzeitig.

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Der eigentliche Brennvorgang dauert 5 Tage, danach muss das Brenngut 3-4 Tage ruhen und abkühlen.

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Nachdem wir alles besichtigt hatten, waren wir an der Reihe, selbst etwas zu töpfern und dann ging es auch schon wieder Richtung Bus.

Es grüßt Sie aus dem fernen Taiwan

Christof Heinickel

22.04.2015 – Meishan Teeherstellung Teil 2 – Dong Ding -Mingjian

Nach einer sehr kurzen Nacht, der erste Teil der Teeherstellung dauerte bis kurz vor 24 Uhr, trafen wir uns um kurz vor 7 Uhr in der Produktionshalle, um die weiteren Schritte bei der Teeherstellung durchzuführen.
thumb_P4220296_1024 thumb_P4220297_1024 thumb_P4220300_1024Die Blätter hatten über Nacht oxidiert und den Raum mit einem Duft von reifen Bananen gefüllt.Uns fiel auf, dass die Blätter wieder sehr glänzend und lebendig aussahen, obwohl sie deutliche Oxidationsspuren aufwiesen.
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Die Teeblätter hatten während der Oxidation Wärme entwickelt und Feuchtigkeit abgegeben. Sie waren nun endlich bereit für das Erhitzen. Hier werden die Blätter in einer Trommel bei über 220 Grad durcherhitzt, um die Oxidation zu stoppen.

thumb_P4220314_1024 thumb_P4220316_1024 thumb_P4220324_1024 thumb_P4220339_1024Der Erhitzungsvorgang dauert ca. 8 Minuten, an seinem Ende wird der Tee in eine große Stoffbahn eingeschlagen und, in unserem Fall, in einer Art Thermotüte eingepackt. Das verhindert, dass der Tee noch mehr Flüssigkeit verliert. Nun folgt ein Rollvorgang, bei dem nur ganz leichter Druck auf das Blatt ausgeübt wird. Dies sorgt dafür, dass die innere Blattstruktur zerstört wird, sich die Feuchtigkeit im ganzen Blatt gleichmäßig verteilt und sich das Aroma richtig entfalten kann.

thumb_P4220348_1024 thumb_P4220357_1024 thumb_P4220365_1024Nun werden die Blätter in einen Etagentrockner gegeben um sie abzukühlen und zu trocknen. Der letzte Schritt, den wir leider nicht mehr sehen konnten, ist das Formrollen (zu sehen im Blogeintrag von 2009), nach dessen Abschluss wir Mao Cha haben. Mao Cha wird nicht nur bei Pu Erh Tees verwendet, sondern auch bei Oolong und bezeichnet den Tee, den die Teebauern produziert haben, bevor der Teemeister ihn final bearbeitet.
Unseren Tee konnten wir bereits probieren.
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Im Bild oben sieht man die Verwandlung des Tees vom Pflückgut bis zum bereits fast fertigen Tee
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Er ist wirklich gelungen und ich werde eine kleine Menge mit nach Frankfurt bringen können. Sollten Sie Interesse haben sagen Sie uns Bescheid, es gibt insgesamt nur etwas über 1 Kg!
Nachdem wir unseren Tee verkostet hatten, stiegen wir wieder in den Bus und fuhren Richtung Dong Ding Berge. Das Thema Dong Ding ist ein ziemlich trauriges Thema. Da seit Jahren ein Hype um Hochland Tees existiert, fingen auch die Bauern im Dong Ding an, sehr leicht oxidierte Tees zu produzieren. Da der Boden im Dong Ding aber nicht gut für solche Tees geeignet ist, freute sich der Tee nicht wirklich großer Beliebtheit. Historisch wurde hier nämlich stärker oxidierter, gerösteter Oolong hergestellt. Da das Geschäft immer schlechter wurde, fingen die jungen Teebauern an, ihre Felder zu roden und stattdessen Gemüse anzubauen. So verschwindet nach und nach der gute Oolong aus den Dong Ding Bergen. Meng Lin sagte uns später, wie wichtig es für Atong und seinen Tee ist, dass wir uns für den gut gemachten Tee interessieren. So merken die Bauern vielleicht, dass es sich lohnt, Tee auf althergebrachte Weise zu machen.  thumb_P4220397_1024 thumb_P4220398_1024 thumb_P4220399_1024 thumb_P4220400_1024Wir liefen nun los, um die Umgebung zu erkunden. Wir stießen auf ein Feld mit Qingxin Damon, der von Insekten befallen war. Die Qingxin Damon Pflanze erkennt man an den sehr ausgebildeten Zacken am Blattrand. Aus diesem Tee kann man sowohl sehr feinen Oriental Beauty als auch Kua Fei Cha machen. Für Oriental Beauty nimmt man die obersten, sehr feinen Blätter und den Trieb.

thumb_P4220409_1024Für Kua Fei Cha verwendet man reifere Blätter.

41660bc7ba8d580c5d8a31dc67fdc363Die Beulen, die man an den Blättern sieht, kommen von kleinen grünen Zikaden, die die Blätter stechen, so das Blattwachstum stören und die Blattchemie verändern.
Wir liefen nun weiter und kamen an einen 100 jährigen Teebaum, der aber nicht mehr gepflückt wird.

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Dieser Baum wurde schon mehrmals abgeholzt, kam aber immer wieder. Eine wirklich tolle und starke Pflanze. Auf unserem Rückweg konnten wir dann noch sehen, was bei Frost mit den Teepflanzen passiert. Ein ca. 90 Jahre alter Baum hatte Frost abbekommen, was man an den rot-bräunlichen Verfärbungen der Blätter im zweiten Bild sehen kann.
thumb_P4220428_1024 thumb_P4220429_1024Ein Herr, der im Nebengarten stand, sagte Atong, dass sein Vater diesen Baum gepflanzt hatte. Dann sagte er etwas, was mich erstaunte und auch ein bisschen traurig machte. Meng Lin sagte uns, dass der Wortlaut, gerichtet an Atong, ungefähr folgendes war: Tee wie du ihn suchst, gibt es hier nicht und den will doch sowieso niemand haben. Gut dass wir da waren, denn das war schon der Gegenbeweis.
Es wurde nun wieder Zeit zum Aufbruch. Nach einer guten Stunde Fahrt kamen wir in Mingjian, dem Heimatort von Atong an. Dort liegt auch sein Bio Garten, in dem er Gemüse, Rou Gui, Ba Xien, Wuji Oolong und Hong Yu anbaut. Bis auf den Hong Yu ist er wohl der Einzige, der diese Tees außerhalb von China anbaut. Ba Xien ist der „Unterhosentee“, von dem ich einigen von Ihnen bereits erzählt habe. Gerne erkläre ich dies bei Interesse noch einmal bei uns im Laden.

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Oben Sieht man Hong Yu, der, wie man sieht, einen Stamm ausbildet und somit eher eine Unterart der Camelia Assamica ist.
thumb_P4220437_1024 thumb_P4220438_1024Nach dem Teegarten ging es zum Geburtshaus von Atong, wo uns sein Bruder einen Mao Cha Rou Gui machte, den wir hoffentlich auch bald im Laden haben. Ein traumhafter Tee, selbst in seinem unfertigen Zustand.

thumb_P4220441_1024Nach dem Tee ging es mit dem Bus zur Pension, wo wir die Nacht verbringen werden, vorher stoppte Atong aber noch einmal an seinem Garten.

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Morgen fahren wir nach Miaoli, um uns das traditionelle taiwanesische Töpferhandwerk anzuschauen und uns auch selbst an die Töpferscheibe zu setzen. Ich werden berichten!

Es verabschiedet sich für heute
Christof Heinickel

22.04.2015 – Meishan – Long Yan Lin – Teeherstellung Teil 1

Der Tag begrüßte uns heute mit Dauerregen und die Wettervorhersage versprach auch nichts Gutes. Atong überbrachte uns dann auch die schlechte Nachricht, dass der Besuch der Pflückerinnen ausfallen würde. Zum Glück hatte er und Meng Lin aber einen Plan B, den er bereits am Vortag ins Leben gerufen hatte. Für uns wurde gestern bereits Tee gepflückt und über Nacht gekühlt. Somit konnten wir heute doch Tee produzieren!
Kurz nach 9 Uhr fuhren wir mit dem Bus los, unser Ziel: Meishan, genauer das Dorf Long Yan Lin. Dort angekommen wartete bereits das Pflückgut auf uns fleißige Teeschüler.

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Das Pflückgut wurde für uns am Vortag zwischen 11 und 15 Uhr gepflückt, der Zeitraum, an dem die Blätter den optimalen Feuchtigkeitsgrad haben. Dann wurde es im Freien ca. 2 Studen zum Welken ausgelegt. Das Welken dauerte deshalb so lange, weil die Wolken heute fast den ganzen Morgen die Sonne verdeckten. Bei Sonnenschein, niedriger Luftfeuchte und Wind kann das Welken auch nur 30 Minuten dauern, alles ist abhängig vom Wetter. Das Welken in der Sonne ist, wie Atong es umschreibt, gleichzusetzen mit dem Drehen des Zündschlüssels bei einem Motor. Es bringt den ganzen Vorgang zur Herstellung eines wirklich guten Tees in Gang und ist der entscheidende Punkt um einen Spitzentee herzustellen. Man welkt nur so lange, bis man die Restfeuchte im Blatt erreicht hat, die man bei den momentan herrschenden Wetterverhältnissen für die restlichen Produktionsschritte benötigt. Zu viel oder zu wenig Feuchtigkeit, sowie das Weglassen des Sonnewelken verderben den Tee . Die Kunst einer guten Teeherstellung ist es, den Feuchtigkeitsverlust der Blätter während der Herstellung zu beschleunigen oder zu bremsen, zum Beispiel durch das Öffnen oder Schließen von Fenstern.

Nachdem wir uns die nun durch das Welken matten Blätter angeschaut hatten, wurden die Stoffbahnen, auf denen die Blätter lagen, angehoben und die Teeblätter auf Haufen aufgeschüttet. Dann nahmen wir jeder einen Korb und hoben vorsichtig und, darauf bestand Atong, liebevoll eine Menge Blätter auf, die wir dann in einer Dünnen Schicht in den Körben verteilten. Die Körbe schoben wir anschließend in Metallgestelle und weiter ging es mit dem nächsten Korb.

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Nachdem alle Blätter in Körbe gefüllt waren, hatten wir 2 Stunden Zeit, während  die Blätter bis zum nächsten Arbeitsschritt ruhen konnten. Diese Zeit nutzten wir für einen Spaziergang durch die Jin Xuan und Qin Xing Ollong Felder des Teebauern. Die Jin Xuan Pflanzen haben eher große Blätter, sind robust und ertragreich.

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Die Qin Xing Oolong Pflanzen sind dunkler und weniger ertragreich, ergeben aber, in den richtigen Händen, den besseren Tee.

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Der Teebauer, dessen Teefelder wir besuchten, hat sehr gesunde und widerstandsfähige Pflanzen und kann so auf den Einsatz von Pestiziden verzichten. Für die Lebensdauer ist übrigens auch das Pflücken sehr entscheidend. Wenn man auf Menge pflückt, leben die Büsche kürzer.

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Nach unserer Rückkehr gingen wir wieder in den Produktionsraum, um die Teeblätter das erste Mal zu wenden. Der Duft vor dem Wenden war sehr floral, nach ungeöffneten Blüten, der sich nach dem Wenden ins grasige veränderte.

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Nachdem alle Körbe gewendet waren, ging es durch den plötzlich aufgezogenen Nebel zum Abendessen, denn wir hatten wieder 2 Stunden zu überbrücken.

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Beim Essen verging die Zeit wie im Flug und schon ging es wieder zurück zur Produktion, denn der Tee wollte ein weiteres Mal gewendet werden. Diesmal wurden aus jeweils 3 Körben 2 Körbe gemacht.

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Dann wurden die Teeblätter aufgelockert und wieder gleichmäßig in den Körben verteilt. Nachdem wir diesen Schritt auch erledigt hatten, gab uns Atong 2 Stunden Pause. Um 22 Uhr ging es dann mit dem letzten Schritt, dem Rollen im Bambuskorb weiter.

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Hierbei wird die Blattstruktur leicht zerstört und die Feuchtigkeit des Blattes verteilt sich gleichmßig im Blatt, um eine gleichmäßige Oxidation zu gewährleisten. Das Rollen dauert ca 30 Minuten, nach jeweils 5 Minuten wird die Richtung geändert.

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Danach werden die Blätter wieder in Körbe geschichtet, jeweils 4,2 Kg kommen in einen Korb.

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Dann werden die Körbe in den Metallgestellen abgedeckt, um sie während der nächtlichen Oxidation vor Kälte zu schützen. Wenn die Oxidation abgeschlossen ist, werden wir morgen ab ca. 7:30 Uhr weiter an unserem Tee arbeiten und es folgt Teil 2 des Berichtes zur Teeproduktion in Meishan!

Viele Grüße aus den Bergen Taiwans

Christof Heinickel

21.04.2015 Teil 2 – Ali Shan

Nachdem wir unser Gepäck verstaut hatten, folgten wir Aton und Meng Lin auf eine 2 stündige Wanderung zu den uralten Zedern.
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Der alte Wald im Ali Shan macht einen fast verwunschenen Eindruck, mit all seinen Flechten und Moosen und den vielen verschieden Blumen und Pflanzen.

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Immer wieder bliebt Atong stehen, um uns eine besondere Pflanze zu zeigen. Mal war es etwas für den Magen, machmal ein Blatt zur Stärkung der Knochen. Atong ist, was Pflanzen betrifft, ein wandelndes Lexikon und zum Glück konnten wir auch alles verstehen, weil Meng Lin uns alles übersetzte.
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Wir kamen dann an den heiligen Baum, ein wirklicher Riese mit seinen über 2000 Jahren! Dort nutzten wir die Zeit, um ein Gruppenfoto zu machen.

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Langsam machten wir uns auf den Rückweg und kamen doch noch an ein paar sehr alten Teebüschen vorbei, die aber nicht mehr gepflückt werden.

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Langsam ging die Sonne unter und wir gingen zurück ins Hotel.
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Morgen geht es endlich mit der Teeproduktion los. Zuerst fahren wir 2,5 Stunden ins Meishan Gebiet um in Shi Zhuo die Arbeitsschritte beim Pflücken zu lernen. Dann geht es weiter nach Long Yan Lin um Tee zu produzieren. Wir drücken uns alle gegenseitig die Daumen, dass das Wetter gut wird!

Ich verabschiede mich für heute aus Taiwan und freue mich auf Ihr Feedback

Christof Heinickel

20.04.2015 Teil 1 – Fahrt nach Ali Shan

Heute morgen um kurz nach 9 Uhr trafen wir uns mit Meng Lin und Meister Atong Chen (in den folgenden Berichten einfach Atong).

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Mit leichtem Gepäck ging es dann mit dem Bus los Richtung Ali Shan, eine Fahrt von über 6 Stunden lag vor uns. Durch dichten Verkehr und bei Sonnenschein schafften wir bis zum Mittag gut die Hälfte des Weges, dann hielt der Bus an einem Restaurant, mit dem Atong einige Zeit vorher telefoniert hatte. Dort gab es ein spezielles Hühnchen aus dem Tonofen.

Nach diesem kurzen Stop ging es weiter und kurz darauf erreichten wir die ersten Berge. Jetzt lagen noch gut 2 ,5 Stunden Serpentinen vor uns.

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Dann endlich konnten wir die ersten Teefelder sehen!!

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Das Wetter wurde immer wolkiger und kühler, während unser Bus Höhenmeter um Höhenmeter die Berge hinauffuhr und endlich erreichten wir die Zollstelle zum Ali Shan.
Man kann nicht einfach ins Ali Shan Gebiet fahren, da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt. Man muss sich für den Aufenthalt anmelden und nur eine begrenzte Menge Menschen dürfen pro Tag hinein.

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Nun mussten wir den Bus wechseln und wurden den letzten Kilometer zu unserem Hotel gebracht.

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Dort haben wir eben unsere Zimmer bezogen und in 15 Minuten treffen wir uns mit Atong und Meng Lin, um die Umgebung zu erkunden. Eindrücke hiervon folgen in Teil 2 des heutigen Tages.

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Viele Grüße aus Taiwan wünscht Christof Heinickel

 

Sonntag, 19.04.2015 – Willkommen in Taiwan

Wir sind angekommen und ein langer Tag neigt sich dem Ende zu. Leider kann ich heute noch nicht viel in Sachen Tee berichten, da sich heute erst einmal unsere Gruppe finden musste.IMG_1148 Bei einem gemeinsamen Abendessen planten wir mit Meng Lin den morgigen Tag, denn um 9 Uhr geht es zusammen mit Meister Atong Chen zu einer über 6 stündigen Fahrt Richtung Ali Shan Gebirge. Ich hoffe es gibt wieder tollen Oolong aus 0,5 Liter Wasserflaschen. Atong geht nämlich normalerweise zu Beginn einer Tee-Fahrt mit einem Beutelchen Oolong herum und gibt jedem eine kleine Portion, damit wir sie in unsere Wasserflaschen geben. Heraus kommt dann ein erfrischender Kaltaufguss leckerstem Oolongs. Das sollten Sie auch einmal zuhause probieren, gerade, wo jetzt der Sommer vor der Tür steht!

Nach diesem heute doch sehr kurzen Eintrag freue ich mich darauf, morgen mehr zu berichten.

 

Das Gewürzhaus Schnorr in HR1

Liebe Kunden,

morgen, Freitag den 17.04.2015 sind wir zwischen 12 und 14 Uhr in HR1 zum Thema Tee zu hören.

Viele Grüße

Ihr Gewürz- und Teehaus Schnorr

Wir sind wieder für Sie unterwegs! 18.04 bis 02.05.2015

Liebe Kunden, liebe Teefreunde!

Ab dem 19.04.2015 finden Sie an dieser Stelle wieder täglich Berichte aus Taiwan. Wir sind wieder mit Meng-Lin und Meister Chen unterwegs und werden unter anderem das Ali Shan Gebirge und Töpfermeister in Taiwan besuchen.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

Viele Grüße

Christof Heinickel

Zurück in Frankfurt / Danke

Ich bin nun zurück in Frankfurt und erzähle den Kunden von den vielen Interessanten Eindrücken und Informationen, die ich auf dieser Reise aufgesaugt habe. Ich möchte auf diesem Wege noch einmal Danke sagen für die fantastische Arbeit unserer Reiseleitung Meng-Lin, ohne die dies alles nicht möglich gewesen wäre und ohne deren gute Kontakte und unermüdliche Übersetzung wir alle nur ein Bruchteil der Informationen mit nach Hause hätten nehmen können.

Meng-Lin stand immer bereit, wenn wir etwas nicht verstanden haben oder wenn wir Hilfe in Geschäften oder Restaurants brauchten.

Wir werden von Meng-Lin auch noch einige handgemachten Teekännchen und aussergewöhnliche Tees bekommen auf die wir uns schon sehr freuen.

Für deine tolle Arbeit, liebe Meng-Lin noch einmal herzlichsten Dank!

Lala Shan, Sonntag 05.05 und 06.05.2013

Lala Shan, das war das Ziel des Tages. Weil Sonntag war, liessen wir den Tag etwas gemütlicher anfangen und trafen uns erst gegen 13 Uhr bei Meister Chen. Dort wartete schon der Teebauer Zheng auf uns und wir starteten unsere 3 stündige Busfahrt, die uns von Meereshöhe auf über 1700 Meter führen sollte.

Der Weg nach Lala Shan war sehr kurvig, aber wunderschön. Wir kamen den Wolken von Minute zu Minute näher und bald lagen sie unter uns und boten ein atemberaubenden Anblick.

Nach einem Zwischenstop um Fotos zu machen, kamen wir am Gästehaus neben dem Teegarten von Herrn Zheng an. Nachdem wir unsere Zimmer erhalten hatten, trafen wir uns zu einem Gespräch und einer Teeverkostung mit Herrn Zheng.

Herr Zheng war in seinem früheren Leben ein einfluss- und erfolgreicher Bauunternehmer, der irgendwann genug von seinem Beruf hatte und sich ein Stück Land im Lala Shan kaufte. Da er überhaupt keine Ahnung hatte, was er mit dem Land machen sollte, liess er es erst einmal brach liegen, bis er vor ca. 30 Jahren begann, Teepflanzen zu pflanzen. Da er auch keine Ahnung von Teeanbau hatte, liess er die Pflanzen einfach wachsen, entfernte kein Unkraut, düngte nicht und benutzte auch keine Pestizide. Der Tee, den er machte, war nicht gut, das Ausgangsmaterial, der organisch angebaute Oolong aber sehr, sehr gut. Die Geschichte ist nun, dass Atong neugierig auf Lala Shan Tee war und einen passenden Teegarten suchte, der Tee nach seinen Vorstellungen machen könnte. Genau zu der Zeit bekam Herr Zheng von seiner Frau das Buch von Atong geschenkt, das auch bei uns im Geschäft steht. Herr Chen war so begeistert von der Philosophie und den Tees von Atong, dass er beschloss, dass Atong der Teemeister sein sollte, der seinen Tee machen sollte. Atong bekam zur gleichen Zeit einen Tip von einem Freund, dass es in Lala Shan einen verwilderten Teegarten gebe, der einen Besuch von Atong lohnen würde. Der Garten von Herrn Zheng. Atong machte sich also mit zwei Schülern auf den Weg nach Lala Shan und fand nach kurzem suchen den Garten. Atong war vollkommen begeistert und ergriffen von dem Teegarten, denn er sah genau so aus wie der erste Teegarten, bei dem er vor 25 Jahren Tee machte, nur der Tee war, wie er sagte, ziemlich schrecklich. Atong und Herr Zheng beschlossen, zusammen zu arbeiten und mit Hilfe von Atong gibt es nun absolut großartige Tees aus dem Teegarten von Herrn Zheng. Nach einer ziemlich kurzen Nacht auf ziemlich kurzen Tatami Matten gingen wir los, die Teegärten von Herrn Zheng zu besuchen. Nach einer schweisstreibenden Bergwanderung kamen wir beim Teegarten an.

Der Garten besteht aus 2 teilen, einem alten Teil, den Herr Zheng von seinem Freund vor 20 Jahren übernommen hat und einem neuen Teil, den der nach und nach bepflanzt hat. Im alten Teil stehen Si Ji Chun und Jin Xuan Teepflanzen, die dort naturbelassen wachsen. Wenn man sich die Pflanzen, besser ihre Stämme betrachtet, sieht man allerlei Beiwuchs und Moos.

Dies findet man so nur bei organic Anbau. Herr Zheng weigert sich nämlich sogar, Bio Dünger oder Pflanzenschutz einzusetzen. Er erzählte uns, dass er die Erde nicht zerstören will und lieber jeden zweiten Busch an die Zikaden verliert. Lachend erzählte er, dass er alle paar Tage durch die Felder geht und mit den Zikaden redet: Ein Busch für euch, ein Busch für mich und wenn die Ernte zu gering ausfällt, könnte er ja wieder ein Haus verkaufen. Herr Zheng ist ein absoluter Überzeugungstäter!

Hier einige Eindrücke aus dem Teegarten. Wir werden ab Samstag sowohl den Lala Shan Jin Xuan als auch den Lala Shan Si Ji Chun in kleinen Mengen anbieten können, vorbestellen lohnt sich.

Es verabschiedet sich aus dem Hochland von Taiwan

Christof Heinickel