Pu Erh Cha – Wir reisen für Sie zu den Qingmao nach Yunnan


Schon sehr bald geht es los und die Vorfreude steigt von Tag zu Tag! Am 21. April reisen wir nach China, in die Hauptstadt des Autonomen Bezirks Xishuangbanna, Jinghong. Diese liegt ganz im Süden der Volksrepublik in der Yunnan Provinz direkt am Mekong Fluss (in China Lancang) und ist unser Startpunkt für die kommende abenteuerliche Teereise. Von dort aus reisen wir zu den Qingmao (Unterart des Teestrauchs Camellia sinensis), durch Wälder und Dörfer, und begeben uns auf einen Pfad chinesischer Kultur und Traditionen. Wir werden die  Produktion des Pu Erh Tees von der Pflanze bis zum fertigen, in Papier gewickelten, gepressten Fladen vor Ort miterleben. Gerne nehmen wir Sie auf unsere Reise mit und veröffentlichen hier unsere Erfahrungen in Bild und Schrift.

Freitag 01.05.2015 – Ein paar letzte Tassen Tee mit Atong – Was läuft falsch mit Yencha, Felsentee?

Nachdem ich heute morgen in Yingge noch einige wunderschöne Teekannen und Teecups ausgesucht hatte, trafen wir, die noch anwesenden Reiseteilnehmer, uns am Nachmittag mit Meng Lin bei Atong, um uns zu verabschieden und noch einige Tees miteinander zu trinken.

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Wir fingen an mit einem gebissenen 2005 Qinqxin Tenbei (=Holzkohle), der wirklich wunderschön war. Gefolgt wurde dieser von einem Lala Shan Qingxin Tenbei, aus dem letzten Frühjahr, ein Tee von Teebauern Zheng, den wir 2013 besuchten. Im Anschluß fing Atong an, seine Schätze hervor zu holen, einen 1985 Dong Ding Gui Fei, der von Zikaden befallen war, dann einen 2005er Phönix Dan Chong (Einbaumtee).

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Einige dieser Tees werden wir in Kleinstmenge im Laden haben und sie können vorbestellt werden. Generell gilt: Sagen Sie Bescheid, wenn Sie etwas von den Tees, beziehungsweise Räucherwerk aus dem Blog interessiert. Wir können sicherlich etwas davon besorgen!

Im Kontext des Phönix Dan Chong kam die Frage auf, was er von Yencha, dem Felsentee denkt. Meng Lin übersetzte die Frage und der Meister verzog das Gesicht. Die Situation sei sehr schlecht und der Zustand der Pflanzen furchtbar. Es würde zu viel und zu oft gepflückt, da die Tees teilweise extrem hohe Preise erzielen und die Nachfrage sehr hoch ist. Die Verarbeitung sei furchtbar. Die Blätter werden viel zu heftig beim Welken angefasst. Dann gibt es keine Ruhephasen für die Reifung der Blätter, man gibt sie direkt nach dem Welken zu 300 Kg in die Bambus Rollkörbe, wo das Rollen natürlich nicht sorgfältig ist. Die Oxidation wird der Einfachheit halber direkt in den Rollkörben erledigt und dann wird sofort erhitzt und viel zu stark geröstet. Das Ergebnis ist ein toter Tee, der einem „wie ein Boxer mit der Faust ins Gesicht schlägt“, ein guter Tee sei aber, so Atong, wie Taichi. Sanft, fließend und doch kraftvoll und ausdauernd.

Wir probierten einen sehr teuren Yencha, den Atong vor vier Jahren einmal geschenkt bekommen hatte und wussten genau, was er meinte… Kein Genuss, vor allem mit der Erfahrung im Tee, die wir alle hatten.

Um unsere Sinne wieder etwas zu besänftigen gab es noch drei weitere Tees, einen 2005 Huang Zhixang, sehr lecker, aber nicht mehr zu bekommen, einen 2006er Huang Yin Gui aus der Winterernte, toller Tee und tatsächlich noch zu haben und zum Abschluss eine Rarität, einen 1975er Muza Meizhan. Diese Teesorte ist nicht mehr zu bekommen und sie wird in Muza auch nicht mehr angebaut. Ein fantastischer Tee mit Edelholznote und einen extrem langen Abgang. Wirklich ein einmaliges Teeerlebnis, mit dem leider unsere Teereise 2015 endete.

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Ich kann mich im Abschluss nur bei allen Teilnehmern bedanken, denn durch ihre Fragen konnte ich sehr viel lernen. Besonderen Dank schulde ich aber Meng Lin, denn ohne ihre Organisation und ihre Übersetzung wäre diese Reise nicht möglich gewesen.

Morgen geht es wieder zurück nach Frankfurt, seien Sie gespannt darauf, was ich mitgebracht habe!

Es verabschiedet sich und bedankt sich fürs Lesen

Christof Heinickel

Donnerstag 30.04.2015 – Duftzeremonie und Abschluss des offiziellen Teils der Reise

Ehrlich gesagt konnte ich mir nicht sonderlich viel darunter vorstellen: Duftzeremonie… Was sollte das bloß sein? Rückblickend kann ich nur feststellen, dass dieser Tag meine Sicht auf Räucherwerk so nachhaltig verändert hat, wie die erste Tasse Tee von Meister Chen. Aber der Reihe nach. Zuerst war da eine fast schlaflose Nacht, den bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über dreißig Grad, im Zimmer vielleicht 28, ist einem ruhigen und tiefen Schlaf nicht eben zuträglich. Mein Zustand als wir zur Duftzeremonie aufbrachen war also, gelinde gesagt, etwas erschöpft und müde. Nach einer ca. 30 minütigen Fahrt erreichten wir den Ort der Zeremonie.

thumb_P4300679_1024Meister Jia Hong Chen öffnete uns eine unscheinbare Holztür und wir stiegen eine Treppe in einen kleinen Vorgarten empor, in dem bereits ein Bänkchen mit zwei Papierbahnen stand, dessen Sinn uns sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschloss. Wir zogen unsere Schuhe aus und betraten einen kargen Raum mit Bänken. Der Meister nahm an der Wand gegenüber des Einganges platz, neben ihm ein großer Topf mit einem wunderschönen, getrockneten Busch.

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Jeder von uns bekam eine Tasse mit einer duftenden Flüssigkeit, bei der es sich, wie Menglin übersetzte, um Adlerholzwasser handelt.

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Adlerholz ist ein seltenes, sehr teures Räucherholz aus Asien, das bereits in der Bibel erwähnt ist und das, laut des Räuchermeisters, bereits bei den Urchristen zur Beduftung des Taufwassers verwendet wurde. Vom Armoma her erinnert das Adlerholzwasser an die sehr feine Note in sehr altem Tee, wobei es eigentlich umgekehrt ist. Sehr alter Tee bekommt mit der Zeit eine Adlerholznote. Das Adlerholz in unserem Wasser war 4-500 Jahre alt und soll beruhigend auf den Geist wirken. Dies war wichtig, denn erst wenn wir ruhig und konzentriert seien, würde der Meister mit der Zeremonie anfangen. Solange zeigte uns der Meister erst einmal, wie man selbst Räucherstäbchen macht.

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Man rollt zuerst ein dünnes, feuchtes Bambusstäbchen in einem Holzpulver, welches als Kleber fungiert. Nach einer kurzen Trocknung in der Sonne befeuchtet man es erneut und rollt es in einem anderen Holzpulver, dass später den Duft abgeben soll, in unserem Fall Adlerholzpulver. Beide Pulver lagen auf den Papierbahnen, die ich anfangs erwähnte. Der Vorgang wird so lange wiederholt, bis das Stäbchen die richtige dicke hat. Nachdem wir alle unser Räucherstäbchen fertig gerollt hatten, war es Zeit für die eigentliche Zeremonie.

Wir hatten hatten 4 verschiedene Alter und 3 verschieden Teile des Baums. Die Erfahrung lässt sich nicht wirklich beschreiben, denn der Duft war einfach wunderschön. Das erste Stück kam von den Zweigen des Baumes und war ca. 100 Jahre alt, das zweite ca. 300 Jahre und aus dem Herz des Baumes, das dritte Stück, ca. 500 Jahre alt und aus der Wurzel. Das letzte Stück war ca. 1000 Jahre alt und ebenfalls aus der Wurzel. Beim Einatmen des Duftes des vorletzten Stückes war ich plötzlich nicht mehr müde und voller Energie, beim letzten Stück schloss ich die Augen und war einfach nur glücklich. Ich kann es wirklich nicht genau beschreiben, aber der Duft des Adlerholzes wirkt sich auf den Körper und Geist aus. Ich werde versuchen, etwas davon zu bekommen und im Zuge einer Teeschulung zu demonstrieren. Ich kann nur, wie eingangs erwähnt, sagen: Dieser Duft hat meine Einstellung zu Räucherwerk verändert und meine Liebe zu alten Adlerholz entfacht. Mit dem letzten Holz endete auch unsere Zeremonie und wir verabschiedeten uns.

Unsere Gruppe trennte sich im Anschluss zum Teil.

Morgen werden wir uns noch bei Atong verabschieden, hoffentlich mit einigen Tassen Tee

Es verabschiedet sich

Christof Heinickel

28.04.2015 – Shi Yang mit Meister Chen

Da heute zwei Abschiedsessen anstanden, gibt es wenig zu berichten.
Hier ein paar Eindrücke aus dem Teehaus, in dem wir unseren „Nachtisch“ genießen konnten.

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Der nächste Bericht folgt dann am Donnertag.
Viele Grüße aus Taiwan
Christof Heinickel

27.04.2015 – Ylan country und Shi Ding

Heute fuhren wir mit Atong nach Ylan.
Ylan, das an der Ostküste Taiwans liegt, ist, so heißt es, der Vorgarten von Taipeh. Dorthin fahren am Wochenende und an den Feiertagen viele Einwohner von Taipeh um die gute Luft und die schöne Natur zu genießen. In Ylan ist die Natur besonders ursprünglich, da die Provinzregierung jede Art von Industrie verboten hat. Wir waren allerdings nicht wegen der schönen Natur dort, sondern um einen Teebauer zu besuchen, der 5 Jahre in Folge den ersten Platz beim Nationalen Teewettbewerb bei verschiedenen Tees gewonnen hat. Wir besuchten ihn nicht, wie man erst denken könnte, um fantastischen Tee zu trinken, sondern um zu sehen, was die heutige Mode bei der Teeherstellung dem Tee antut.

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Als erstes konnten wir uns die Produktion von Paochung anschauen. Dies war einer der Tees, für die der Bauer bereits einen ersten Preis gewonnen hatte.

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Es roch sehr grasig und nach unreifen Bananen in der Produktionshalle, obwohl seine Helfer bereits am Erhitzen waren. Der Paochung hatte keinerlei ersichtliche Oxidationsspuren und sah aus wie Grüntee. Dieser Tee war offensichtlich nicht reif genug geerntet, nicht ausreichend gewelkt, zu schnell gewendet und nicht genug in der Trommel erhitzt. Mir schwante nichts Gutes.

thumb_P4270609_1024Anschließend führt uns der Teebauer auf ein Feld von ihm, das kurz davor war, geerntet zu werden. Dort waren auch drei Reihen Formosa Oolong Nr. 20, eine relativ neue Art Oolong, die noch nicht lange vom National Tea Institute freigegeben war.

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Diese Reihen erntete er nicht mehr, nur noch die daneben stehenden Reihen Qingchin Oolong. Diese Büsche sagen sehr gestresst aus und hatten zusätzlich Blätter ausgetrieben, sodass das Pflückgut wegen der unterschiedlichen Blattgrößen eigentlich überhaupt nicht für die Teeproduktion geeignet ist.

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Normalerweise sollte man diese Büsche erst einmal ruhen lassen, damit sie sich erholen können, aus Profitgründen macht dies der Teebauer aber nicht.

Wir liefen nun zurück zur Fabrik. Dort hatten Atongs Schüler gefüllte Teigtaschen für jeden von uns  besorgt und Meng Lin bat uns, uns freundlich zu geben und zu lächeln, wenn wir den Tee des Bauers verkosten, bald wussten wir auch, warum.

Zuerst goss der Bauer einen Schwarztee auf, der ganz vernünftig war, dann einen prämierten Paochung. Die Tasse war sehr trüb, der Tee scharf, bitter und sauer. Nicht die reife Süße eines gut gemachten Tees!

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Atong unterhielt sich mit dem Bauern, dessen Laune stetig schlechter wurde. Plötzlich stand er auf und verließ den Raum. Meng Lin erklärte uns, dass Atong keinen Tee von ihm kaufen wollte und gesagt hat, dass er das erst tun würde, wenn er reifes Material anständig verarbeiten würde. Der Bauer habe sich dann aufgeregt und ihm an den Kopf geworfen, dass so einen Tee doch niemand haben will. Dann hörten wir den Bauern in der Produktionshalle nebenan nur noch schimpfen. Meng Lin und Atong kauften dann noch eine kleine Menge Schulungsmaterial, wir bedankten uns höflich und brachen auf Richtung  Shi Ding, dem Hauptanbaugebiet für Fo Shou, Buddha Hand Oolong. Nach einer guten Stunde Fahrt, es hatte inzwischen angefangen zu regnen, kamen wir in Shi Ding an. Wir stiegen an einem Teefeld aus und betrachteten uns die Fo Shou Büsche. Was für riesige Blätter! Das Blatt des Fo Shou ist ca. 3x so groß wie ein gewöhnliches Teeblatt.

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Es gibt ihn in zwei Varianten, rote Knospe und grüne Knospe Buddha Hand und in zwei Fertigungsarten, streifenförmig und kugelförmig gerollt. Buddha Hand ist eine früh treibende Pflanze, man kann gute Qualitäten bereits Mitte April ernten.

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Wir waren wirklich überrascht, dass die Blätter so dick waren, wo doch Fo Shou Tee aus sehr dünnen Blättern besteht. Gut gefertigt hat der Tee ein Aroma, dass an die Zitrusfrucht Buddha Hand erinnert und das Blatt hat die Form der segnenden Hand Buddhas. Daher kommt auch sein Name. Atong entdecket dann auf der anderen Straßenseite Tie Guan Yin Pflanzen.

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Diese kann man sehr gut an ihrer gewellten Form und seinen sehr fleischigen Blättern erkennen. Der taiwanesische Tie Guan Yin hat eine sehr schöne tiefe und wird im Gegensatz zu seinem chinesischen Namensvetter stärker oxidiert und dann geröstet.

Nachdem wir ziemlich durchweicht vom Regen waren, stiegen wir wieder ein und fuhren zurück nach Taipeh.

Nach diesem lehrreichen Tag verabschiedet sich

Christof Heinickel

26.04.2015 – Teeschulung für Fortgeschrittene bei Meister Chen

26.04.2015 – Teeschulung für Fortgeschrittene bei Meister Chen

Der heutige Blogeintrag wird eher kurz werden, denn die Schulung mit Atong war heute sehr anspruchsvoll und auf unsere Vorkenntnisse abgestimmt. Eine Vermittlung des Schulungsinhaltes auf diesem Wege ist daher nicht zweckmässig, ich werde aber im Rahmen unserer Teeschulungen darüber berichten.

Eine Sache, über die ich gut berichten kann, ist der Schulungsbeginn und die drei Bananen.

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Atong legte Bananen auf den Tisch und jeder von uns bekam ein Stück von jeder Banane zu probieren, die wir in der Reihenfolge reif bis unreif probierten. Diese drei Bananen entsprechen den verschiedenen Herstellungsarten von Oolong. Mainstream Tee, dessen Ausgangsmaterial unreif gepflückt, der schlecht oxidiert und erhitzt wurde, und der als Mao Cha in den Geschäften liegt, entspricht dem Charakter der unreifen Banane. Dann gibt es die mittelgereifte Banane. Hier wurde zwar oxidiert und erhitzt, aber nicht genug. Ebenfalls meist Mao Cha. Die reife Banane entspricht Atongs Art, Tee zu machen. Reifes Ausgangsmaterial, gut Oxidiert und erhitzt und von ihm final geröstet. Ein süßer voller Tee, der gut gelagert werden kann, der er durch die Herstellung sehr stabil geworden ist und der durch die Zeit immer besser werden wird. Zur Lagerung gibt es anzumerken, dass es in Taiwan zwei Meinungen gibt. Die Eine ist, dass man den Tee jährlich erhitzen muss, um ihn zu stabilisieren die Andere ist, dass man den Tee in ruhe altern lässt, ohne ihn immer wieder anzufassen.

Früher, als man den Tee noch in Töpfergefäßen lagerte, die schlecht schlossen und die meist im Erdgeschoss standen, wo sie natürlich Feuchtigkeit zogen, war es wichtig, die Tees immer wieder zu erhitzen, da der Tee sonst verdorben, beziehungsweise geschimmelt wäre. Heutzutage mit gut schließenden Aufbewahrungsgefäßen und klimatisierten oder zumindest gut vor äusseren Einflüssen geschützten Gebäuden, in denen der Tee bei konstanten Umweltbedingungen gelagert werden kann, ist dieses nicht mehr nötig. Wenn man dann noch bedenkt, dass der Tee erst nach einem Jahr anfängt, sich überhaupt durch die Lagerung zu verändern, würde eine jährliche Erhitzung diese Veränderung sofort beenden. Es macht also laut Atong keinen Sinn.

Weiter ging es mit vielen verschiedenen Oolong, bei denen wir Unterschiede entdecken und Fehler aufzeigen sollten und es wurde ein sehr lehrreicher Nachmittag mit vielen Tassen Tee.

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Morgen fahren wir nach Yilan, wo wir einen Teegarten am Meer besichtigen werden.

Ich werden berichten

Es grüßt herzlich aus Taiwan

Christof Heinickel

25.04.2015 – Blumenmarkt – Wistaria Teehaus -Teeschulung bei Atong

Heute liegt ein langer und sehr interessanter Tag mit vielen neuen Eindrücken und neuem Teewissen hinter uns.

Heute morgen fuhren wir zuerst zum Blumenmarkt um uns dort wieder die Gerüche in Erinnerung zu rufen, die sich in taiwanesischen Oolongtees wiederfinden. Wir liefen also durch den Markt, der eigentlich ein großes Parkhaus unter der Stadtautobahn ist, und rochen an vielen unterschiedlichen Orchideen.

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Nachdem wir uns satt gerochen hatten, nahmen wir ein Taxi zum Wistaria Teehaus, dass bekannt ist für seine Auswahl an seltenen und kostbaren Pu Erh Tees und Hei Chas. Einen Bericht über das Wistaria Teehaus finden Sie unter diesem Link: http://www.teeshop.de/blog.php/?p=785 .Bevor wir uns für einen der kostbaren Tees entschieden, wurde uns erst einmal das Menü serviert, dass Meng Lin für uns organisiert hatte.

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Dann schauten wir uns die normale Teekarte an, wollten uns dann aber einen Tee von der Spezialitätenkarte aussuchen. Dort gab es einige alte Pu Erh Tees und Hei Cha zur Auswahl. Wir entschieden uns für einen 1950er Liu An, das Gramm für 500 Taiwan Dollar, etwa 17 Euro. Als Hei Cha bezeichnet man gelagerte und postfermentierte chinesische Schwarztees, die im Character postfermentierten Shou Pu Ers ähneln.

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Das Aroma des Liu An war ungemein weich, stimmig und sehr elegant mit feinen Räucherwerknoten nach Sandel- und Adlerholz und einem langanhaltendem Abgang. Wir machten sicherlich 12 Aufgüsse, bevor Meng Lin einen Anruf von Atong bekam. Unser Tee war fertig geröstet und wollte probiert werden. Das brauchte Atong uns nicht zweimal zu sagen und schon waren wir unterwegs zu Atong.

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Beim Meister angekommen tauschten wir zuerst Begrüßungen aus und setzten uns dann schnell an seinen Schulungstisch, auf dem er schon alles zum Aufguss vorbereitet hatte.

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Schnell waren die Teetassen verteilt, schon goss Atong kochendes Wasser über unseren Tee und uns stieg der Geruch nach frischen Tee in die Nase. Da unser (Hochland) Tee aus sehr jungen und frischen Blättern besteht, wurden aus 220 taiwanesischen Kilos (132 Kg) nur 38 taiwanessiche Kg (22 Kg), also 1 zu 5,8 Kg, normal wäre 1 zu 4,2Kg!  Pro Person werden wir also nur 1200 g fertigen Tee mitbringen, also rechtzeitig vorbestellen!

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Der Teebauer Herr Lin, von dessen Pflückgut wir diesen Tee produzierten, hatte bis jetzt noch nie Tee auf Atongs Art gemacht, ja noch nicht einmal gesehen, dass die Arbeitsschritte in dieser Art und Dauer durchgeführt wurden. Herr Lin, wie auch fast alle anderen Teebauern in Taiwan, stellen den Tee viel schneller her, verkürzen Arbeitsschritte, fassen die Blätter härter an, was sie bitter macht und lassen nicht über Nacht oxidieren. Das führt, so Atong, dazu, dass der Tee unfertig und wie Grüntee schmeckt. Auch ist interessant, dass viele Teebauern im Hochland ihre Tees nur soweit produzieren, wie wir unseren Tee produziert hatten, also nur bis zum Etagentrocknen nach dem Erhitzen. Danach wird der Tee zu speziellen Teerollern gebracht, die das Formrollen und Komprimieren übernehmen. Danach geht der Tee meist in die Teegeschäfte. Das , was man in Taiwan also in den meisten Teegeschäften bekommt, ist eigentlich Mao Cha, Rohtee. Ihm fehlt also die Hand des Meisters, der den finalen Röstschritt durchführt und den Tee runder, weicher und besser lagerbar macht.

Zurück zum Tee und zu seinem Aroma, dies war spritzig, feminin und nicht zu tief. Ein Tee der sich gut lagern lässt und der nicht vakuumiert wird, damit er weiter reifen kann. Der Tee ist darüber hinaus sehr ergiebig, wir haben mehr als 10 Aufgüsse gemacht und er hatte immer noch viel Geschmack.

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Als nächstes tranken wir einen Lala Shan Si Ji Chun von 2014, einen wunderbar runden, feinen Oolong von Teebauer Chen, den wir 2013 besucht hatten. Meng Lin rief plötzlich etwas auf Taiwanesisch, die Tür öffnete sich. Als ob wer gerochen hätte, dass wir seinen Tee trinken, stand Teebauer Zheng mit seiner Frau in der Tür und ihm vielen fast die Augen aus dem Kopf, als er so viele bekannte Gesichter sah, die auch noch gerade seinen Tee tranken!

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Er setzte sich zu uns und trank mit uns, Meng Lin und Atong seinen Tee. Die Geschichte mit Teebauer Zheng und Atong ist wirklich etwas besonderes. Ich gebe sie hier einmal kurz wieder. Atong produzierte in Li Shan vor 30 Jahren Tee aus verwilderten Teegärten, Gärten, die heute nur sehr schwer zu finden sind. Atong wollte vor ein paar Jahren wieder so einen Tee machen, ihm fehlte aber das Material und er begab sich auf die Suche. Herr Zheng hingegen wurde zu diesem Zeitpunkt von seinen Nachbarn wohl schon 8 Jahre ausgelacht, weil er eine Vision hatte, was für Tee er machen wollte, fand aber niemand, der so produzieren konnte, da schenkte ihm seine Frau ein Buch, Atongs Buch, dass er auch sofort anfing zu lesen. Atong hatte zwischenzeitlich von einem Teegarten gehört, wie er ihn suchte und versuchte, die Telefonnummer des Besitzers zu erfahren, als er sie endlich bekam, griff er gleich zum Hörer und wählte die Nummer. Herr Zheng sagte nur: Ich wollte dich gerade anrufen. Das ist die Geschichte, wie sich Atong und Herr Zheng trafen und begannen, miteinander zu arbeiten.

Um dies zu feiern holte Atong nach und nach einige Schätze hervor, zuerst einen Li Shan von 2004. Ich kann nicht viel zu diesem Tee sagen, ausser, dass er einer der besten Tees ist, die ich bis jetzt in meinem Leben getrunken habe. Unglaublich weich und fein mit sehr klarem Aroma und leuchtender Tasse. Danach gab es einen Geheimtee, den Atong offen gelagert hatte, um uns zu zeigen, dass ein wirklich guter Tee sich seiner äußeren Umgebung anpassen kann und nicht kaputt geht, auch wenn ihn falsche Lagerung etwas mitnimmt.

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Es war ein Zhang Ping Shui, der vor der fehlerhaften Lagerung ein wirklicher Spitzentee war, jetzt aber eine leichte Metall- und Champignonnote aufwies, der Geschmack des Tees war aber nach wie vor sehr fein und rund.

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Nun rief mich Atong, ich solle ihm folgen. Wir gingen in sein Büro, er öffnet eine Schublade und wies mich an, einen Tee auszusuchen.

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Ich sah eine goldene Packung in der zweiten Schicht der bis zum Rand gefüllten Schublade und griff zu. Als Atong meine Wahl sah, zeigte er „Thumbs up“ und sagte, dass ich gerade einen seiner Schätze gefunden hätte, einen 2003 organic Si Ji Chun aus Mingjian. Eigentlich ein einfacher Tee, wurde dieser Tee, da er gut oxidiert und geröstet war, immer besser. Man braucht nicht etwas teueres zum Lagern, nur etwas gut gemachtes und zum Beweis goss er meinen Fund auch schon auf. Das Aroma dieses Tees war hocharomatisch, tief und rund. Sein Duft war extrem stark und man schmeckte den mineralhaltigen Boden von Mingjian.

Weiter ging es mit einen 2002 Tee von Teebauer Lin aus Long Yan Lin, von dem auch unser Tee kommt. Man merkte am Aufguss, dass dieser Tee zwar aus sehr gutem Material gemacht wurde, Herr Lin den Tee aber anders produziert hatte, als es Atong gemacht hatte. Man merkte eine stärkere Bitterkeit, was auf das unsanfte Behandeln der Blätter schließen lässt. Auch erntet Herr Lin eigentlich immer eine Woche zu früh, damit er den Tee einfacher zu Kugeln rollen kann, da die Stile weicher sind. Trotzdem hatten wir einen sehr aromatischen Tee vor uns, der aber viel besser hätte sein können. Die Lagerung hatte ihm aber gut getan.

Als krönenden Abschluss goss uns Atong eine absolute Rarität auf: Einen Li Shan von 1987, den er eigenhändig produziert hat. Schon vor dem trinken genoss ich den unglaublich vollen, reichhaltigen Duft dieses Tees, als ich dann trank hatte ich das Bild von Wolken, die von einer kühlen Brise über die Berge gleiten vor Augen. Ich erzählte Meng Lin von meinem Eindruck, die lachte nur und sagte: Bei uns heißt dieser Tee „Wolkenküssender Tee“. Tee spricht wirklich für sich selbst mit den Teeliebhabern, die zuhören können.

Morgen geht es weiter bei Atong mit der Schulung, für heute verabschiedet sich

Christof Heinickel

24.04.2015 – Fahrt nach Taipeh

Heute gibt es leider nicht allzu viel zu berichten, denn wir hatten einen Reisetag.Erwähnenswert ist aber ein Feld mit Oriental Beauty, an dem Atong stoppen ließ. Oriental Beauty ist ein von Insekten gebissener Oolong, der durch seine vielfarbigen, im Idealfall fünffarbigen, trockenen Teeblätter und seinen sehr aromatischen, fast honigartigen Geschmack besticht.

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(Oriental Beauty Feld mit sichtbar geschwächten Teebüschen)

Meng Lin übersetzte uns, dass die Herstellung von Oriental Beauty sehr stressvoll für die Teepflanzen ist, da immer nur die feinen, oberen Triebe gepflückt werden. Heute ist es sogar noch schlimmer für die Pflanzen, da sie aus Profitgier nicht nur einmal, sondern mehrfach im Jahr geerntet werden. Dadurch wird die Pflanze, beziehungsweise der Busch, immer schwächer und hat eine wesentlich kürzere Lebensdauer. Nachdem Atong seinen Erklärungen beendet hatte, setzten wir unsere Fahrt nach Taipeh fort.

Morgen Mittag sind wir im Wistaria Teehaus, wo ich sicher von einigen interessanten Tees berichten kann.


Für heute verabschiedet sich

Christof Heinickel

23.04.2015 – Sanyi -Taiwanesische Töpferkunst

Nachdem wir wieder einige Stunden im Bus verbracht hatten, erreichten wir Sanyi. Dort fuhren wir zu einer alten Töpferei, die bereits seit mehreren Generationen in Familienbesitz war. Dort verwendet man nur Tonerde aus lokalem Abbau, die mit Maschinen aufbereitet wird, die älter als ein halbes Jahrhundert sind.

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Zuerst kommt die Tonerde in eine Steinmühle, in der sie für 4 bis 5 Stunden gemahlen wird.

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Danach werden die Steine aussortiert und die Tonmasse verdichtet.

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Anschließend wird der Ton geknetet und noch einmal hydraulisch gepresst.

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Früher stellte die Töpferei viele Gegenstände des täglichen Lebens her, so wurde früher Sojasauce, Gemüse, Essig und viele andere Lebensmittel in Tontöpfen gelagert.

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Die Töpfer in dieser Töpferei sind zwischen 60 und 86 Jahren alt. Der Meister sagte uns, dass sie lieber etwas nützliches tun, als sich in Rente zu langweilen.

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Weiter ging es zum gasbefeuerten Brennofen, in dem bei ca. 1100 Grad gebrannt wird.

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Anschließend dann zum holzbefeuerten Stufenofen, in dem die Hitze durch verschiedene Brennkammern, bis zu 6 wären möglich, zieht und der mit Temperaturen zwischen 1200 und 1300 Grad brennt. Brenngut, dass hier hineinkommt, wird nicht glasiert sondern erhält eine Ascheanflugglasur und es brennen meistens mehrere Töpfermeister gleichzeitig.

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Der eigentliche Brennvorgang dauert 5 Tage, danach muss das Brenngut 3-4 Tage ruhen und abkühlen.

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Nachdem wir alles besichtigt hatten, waren wir an der Reihe, selbst etwas zu töpfern und dann ging es auch schon wieder Richtung Bus.

Es grüßt Sie aus dem fernen Taiwan

Christof Heinickel

22.04.2015 – Meishan Teeherstellung Teil 2 – Dong Ding -Mingjian

Nach einer sehr kurzen Nacht, der erste Teil der Teeherstellung dauerte bis kurz vor 24 Uhr, trafen wir uns um kurz vor 7 Uhr in der Produktionshalle, um die weiteren Schritte bei der Teeherstellung durchzuführen.
thumb_P4220296_1024 thumb_P4220297_1024 thumb_P4220300_1024Die Blätter hatten über Nacht oxidiert und den Raum mit einem Duft von reifen Bananen gefüllt.Uns fiel auf, dass die Blätter wieder sehr glänzend und lebendig aussahen, obwohl sie deutliche Oxidationsspuren aufwiesen.
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Die Teeblätter hatten während der Oxidation Wärme entwickelt und Feuchtigkeit abgegeben. Sie waren nun endlich bereit für das Erhitzen. Hier werden die Blätter in einer Trommel bei über 220 Grad durcherhitzt, um die Oxidation zu stoppen.

thumb_P4220314_1024 thumb_P4220316_1024 thumb_P4220324_1024 thumb_P4220339_1024Der Erhitzungsvorgang dauert ca. 8 Minuten, an seinem Ende wird der Tee in eine große Stoffbahn eingeschlagen und, in unserem Fall, in einer Art Thermotüte eingepackt. Das verhindert, dass der Tee noch mehr Flüssigkeit verliert. Nun folgt ein Rollvorgang, bei dem nur ganz leichter Druck auf das Blatt ausgeübt wird. Dies sorgt dafür, dass die innere Blattstruktur zerstört wird, sich die Feuchtigkeit im ganzen Blatt gleichmäßig verteilt und sich das Aroma richtig entfalten kann.

thumb_P4220348_1024 thumb_P4220357_1024 thumb_P4220365_1024Nun werden die Blätter in einen Etagentrockner gegeben um sie abzukühlen und zu trocknen. Der letzte Schritt, den wir leider nicht mehr sehen konnten, ist das Formrollen (zu sehen im Blogeintrag von 2009), nach dessen Abschluss wir Mao Cha haben. Mao Cha wird nicht nur bei Pu Erh Tees verwendet, sondern auch bei Oolong und bezeichnet den Tee, den die Teebauern produziert haben, bevor der Teemeister ihn final bearbeitet.
Unseren Tee konnten wir bereits probieren.
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Im Bild oben sieht man die Verwandlung des Tees vom Pflückgut bis zum bereits fast fertigen Tee
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Er ist wirklich gelungen und ich werde eine kleine Menge mit nach Frankfurt bringen können. Sollten Sie Interesse haben sagen Sie uns Bescheid, es gibt insgesamt nur etwas über 1 Kg!
Nachdem wir unseren Tee verkostet hatten, stiegen wir wieder in den Bus und fuhren Richtung Dong Ding Berge. Das Thema Dong Ding ist ein ziemlich trauriges Thema. Da seit Jahren ein Hype um Hochland Tees existiert, fingen auch die Bauern im Dong Ding an, sehr leicht oxidierte Tees zu produzieren. Da der Boden im Dong Ding aber nicht gut für solche Tees geeignet ist, freute sich der Tee nicht wirklich großer Beliebtheit. Historisch wurde hier nämlich stärker oxidierter, gerösteter Oolong hergestellt. Da das Geschäft immer schlechter wurde, fingen die jungen Teebauern an, ihre Felder zu roden und stattdessen Gemüse anzubauen. So verschwindet nach und nach der gute Oolong aus den Dong Ding Bergen. Meng Lin sagte uns später, wie wichtig es für Atong und seinen Tee ist, dass wir uns für den gut gemachten Tee interessieren. So merken die Bauern vielleicht, dass es sich lohnt, Tee auf althergebrachte Weise zu machen.  thumb_P4220397_1024 thumb_P4220398_1024 thumb_P4220399_1024 thumb_P4220400_1024Wir liefen nun los, um die Umgebung zu erkunden. Wir stießen auf ein Feld mit Qingxin Damon, der von Insekten befallen war. Die Qingxin Damon Pflanze erkennt man an den sehr ausgebildeten Zacken am Blattrand. Aus diesem Tee kann man sowohl sehr feinen Oriental Beauty als auch Kua Fei Cha machen. Für Oriental Beauty nimmt man die obersten, sehr feinen Blätter und den Trieb.

thumb_P4220409_1024Für Kua Fei Cha verwendet man reifere Blätter.

41660bc7ba8d580c5d8a31dc67fdc363Die Beulen, die man an den Blättern sieht, kommen von kleinen grünen Zikaden, die die Blätter stechen, so das Blattwachstum stören und die Blattchemie verändern.
Wir liefen nun weiter und kamen an einen 100 jährigen Teebaum, der aber nicht mehr gepflückt wird.

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Dieser Baum wurde schon mehrmals abgeholzt, kam aber immer wieder. Eine wirklich tolle und starke Pflanze. Auf unserem Rückweg konnten wir dann noch sehen, was bei Frost mit den Teepflanzen passiert. Ein ca. 90 Jahre alter Baum hatte Frost abbekommen, was man an den rot-bräunlichen Verfärbungen der Blätter im zweiten Bild sehen kann.
thumb_P4220428_1024 thumb_P4220429_1024Ein Herr, der im Nebengarten stand, sagte Atong, dass sein Vater diesen Baum gepflanzt hatte. Dann sagte er etwas, was mich erstaunte und auch ein bisschen traurig machte. Meng Lin sagte uns, dass der Wortlaut, gerichtet an Atong, ungefähr folgendes war: Tee wie du ihn suchst, gibt es hier nicht und den will doch sowieso niemand haben. Gut dass wir da waren, denn das war schon der Gegenbeweis.
Es wurde nun wieder Zeit zum Aufbruch. Nach einer guten Stunde Fahrt kamen wir in Mingjian, dem Heimatort von Atong an. Dort liegt auch sein Bio Garten, in dem er Gemüse, Rou Gui, Ba Xien, Wuji Oolong und Hong Yu anbaut. Bis auf den Hong Yu ist er wohl der Einzige, der diese Tees außerhalb von China anbaut. Ba Xien ist der „Unterhosentee“, von dem ich einigen von Ihnen bereits erzählt habe. Gerne erkläre ich dies bei Interesse noch einmal bei uns im Laden.

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Oben Sieht man Hong Yu, der, wie man sieht, einen Stamm ausbildet und somit eher eine Unterart der Camelia Assamica ist.
thumb_P4220437_1024 thumb_P4220438_1024Nach dem Teegarten ging es zum Geburtshaus von Atong, wo uns sein Bruder einen Mao Cha Rou Gui machte, den wir hoffentlich auch bald im Laden haben. Ein traumhafter Tee, selbst in seinem unfertigen Zustand.

thumb_P4220441_1024Nach dem Tee ging es mit dem Bus zur Pension, wo wir die Nacht verbringen werden, vorher stoppte Atong aber noch einmal an seinem Garten.

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Morgen fahren wir nach Miaoli, um uns das traditionelle taiwanesische Töpferhandwerk anzuschauen und uns auch selbst an die Töpferscheibe zu setzen. Ich werden berichten!

Es verabschiedet sich für heute
Christof Heinickel