Lala Shan, Sonntag 05.05 und 06.05.2013

Lala Shan, das war das Ziel des Tages. Weil Sonntag war, liessen wir den Tag etwas gemütlicher anfangen und trafen uns erst gegen 13 Uhr bei Meister Chen. Dort wartete schon der Teebauer Zheng auf uns und wir starteten unsere 3 stündige Busfahrt, die uns von Meereshöhe auf über 1700 Meter führen sollte.

Der Weg nach Lala Shan war sehr kurvig, aber wunderschön. Wir kamen den Wolken von Minute zu Minute näher und bald lagen sie unter uns und boten ein atemberaubenden Anblick.

Nach einem Zwischenstop um Fotos zu machen, kamen wir am Gästehaus neben dem Teegarten von Herrn Zheng an. Nachdem wir unsere Zimmer erhalten hatten, trafen wir uns zu einem Gespräch und einer Teeverkostung mit Herrn Zheng.

Herr Zheng war in seinem früheren Leben ein einfluss- und erfolgreicher Bauunternehmer, der irgendwann genug von seinem Beruf hatte und sich ein Stück Land im Lala Shan kaufte. Da er überhaupt keine Ahnung hatte, was er mit dem Land machen sollte, liess er es erst einmal brach liegen, bis er vor ca. 30 Jahren begann, Teepflanzen zu pflanzen. Da er auch keine Ahnung von Teeanbau hatte, liess er die Pflanzen einfach wachsen, entfernte kein Unkraut, düngte nicht und benutzte auch keine Pestizide. Der Tee, den er machte, war nicht gut, das Ausgangsmaterial, der organisch angebaute Oolong aber sehr, sehr gut. Die Geschichte ist nun, dass Atong neugierig auf Lala Shan Tee war und einen passenden Teegarten suchte, der Tee nach seinen Vorstellungen machen könnte. Genau zu der Zeit bekam Herr Zheng von seiner Frau das Buch von Atong geschenkt, das auch bei uns im Geschäft steht. Herr Chen war so begeistert von der Philosophie und den Tees von Atong, dass er beschloss, dass Atong der Teemeister sein sollte, der seinen Tee machen sollte. Atong bekam zur gleichen Zeit einen Tip von einem Freund, dass es in Lala Shan einen verwilderten Teegarten gebe, der einen Besuch von Atong lohnen würde. Der Garten von Herrn Zheng. Atong machte sich also mit zwei Schülern auf den Weg nach Lala Shan und fand nach kurzem suchen den Garten. Atong war vollkommen begeistert und ergriffen von dem Teegarten, denn er sah genau so aus wie der erste Teegarten, bei dem er vor 25 Jahren Tee machte, nur der Tee war, wie er sagte, ziemlich schrecklich. Atong und Herr Zheng beschlossen, zusammen zu arbeiten und mit Hilfe von Atong gibt es nun absolut großartige Tees aus dem Teegarten von Herrn Zheng. Nach einer ziemlich kurzen Nacht auf ziemlich kurzen Tatami Matten gingen wir los, die Teegärten von Herrn Zheng zu besuchen. Nach einer schweisstreibenden Bergwanderung kamen wir beim Teegarten an.

Der Garten besteht aus 2 teilen, einem alten Teil, den Herr Zheng von seinem Freund vor 20 Jahren übernommen hat und einem neuen Teil, den der nach und nach bepflanzt hat. Im alten Teil stehen Si Ji Chun und Jin Xuan Teepflanzen, die dort naturbelassen wachsen. Wenn man sich die Pflanzen, besser ihre Stämme betrachtet, sieht man allerlei Beiwuchs und Moos.

Dies findet man so nur bei organic Anbau. Herr Zheng weigert sich nämlich sogar, Bio Dünger oder Pflanzenschutz einzusetzen. Er erzählte uns, dass er die Erde nicht zerstören will und lieber jeden zweiten Busch an die Zikaden verliert. Lachend erzählte er, dass er alle paar Tage durch die Felder geht und mit den Zikaden redet: Ein Busch für euch, ein Busch für mich und wenn die Ernte zu gering ausfällt, könnte er ja wieder ein Haus verkaufen. Herr Zheng ist ein absoluter Überzeugungstäter!

Hier einige Eindrücke aus dem Teegarten. Wir werden ab Samstag sowohl den Lala Shan Jin Xuan als auch den Lala Shan Si Ji Chun in kleinen Mengen anbieten können, vorbestellen lohnt sich.

Es verabschiedet sich aus dem Hochland von Taiwan

Christof Heinickel

 

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