Der Teegarten Yamarin in Take, Mie Präfektur

Heute morgen ging es früh auf den Weg nach Take, in der Präfektur Mie, da wir den Shinkansen, den schnellsten Zug Japans bekommen mussten.

Unserer Meinung nach ist er nicht nur der schnellste Zug, sondern auch der bequemste Zug Japans, man fühlt sich wie auf Wolken gebettet.

Leider konnten wir nicht den kompletten Weg bis nach Take so zurücklegen, sondern mussten die letzten 90 Minuten der Fahrt mit einem sehr langsamen Express vorlieb nehmen.

 

In Take angekommen, ging es mit einem Bus weiter bis zum Yamarin Teegarten der Familie Hayashi, der idyllisch zwischen einigen Bergen gelegen ist. Yamarin bedeutet übersetzt soviel wie Bergwald und beschreibt die Lage und die Atmosphäre des Teegartens perfekt. Der Yamarin Teegarten, den es seit über 100 Jahren gibt, produziert ausschließlich Bio Tees aus der alten Teesorte Zairaichu, der Ursprungssorte der heutigen japanischen Teepflanzen, sowie Asatzuyu, Sayamakaori und Yabukita. Bei den Zairaichu Pflanzen handelt es sich um ca. 30 jährige Pflanzen, die aus Setzlingen gezogen wurden. Ein Tee, den wir aus dem Yamarin Teegarten führen und der aus diesen 4 Sorten besteht, ist der Kukicha Karigane, der seinen Duft zum Teil der Beimischung an Asatzuyu verdankt, einer Pflanze, die sich durch einen starken Duft auszeichnet.

Neu entdeckt haben wir bei dieser Schulung einen wunderbaren, kalt aufgießbaren Mitzudashi, der aus Tokujou Sencha, Kukicha Karigane und Taberucha Matcha hergestellt wird. Da es heiß war, wurden immer wieder eiskalte Kannen gebracht, die gerade angekommen, schon wieder leer waren und nachgefüllt werden mussten, da wir einfach nicht genug davon bekommen konnten. Wir haben diesen leckeren Sommertee für Sie in unser Programm aufgenommen und bringen vorab schon einige Päckchen mit zurück.

Im Anschluss an eine Teeschulung, bei der uns die Herstellung der Yamarin Tees erklärt wurde, besuchten wir die Produktion. Yamarin besitzt eine Produktionsstraße, in der nacheinander alle Schritte zur Sencha Herstellung von nur ein bis zwei Personen durchgeführt werden können und die einige Zwischenschritte zur Erhöhung der Qualität aufweist, die in anderen Gärten aus Zeit- oder Geldgründen weggelassen werden. So wird zum Beispiel der Rollvorgang, der dafür sorgt, dass die für den Wassertransport zuständigen inneren Haargefäße zerstört werden, auf drei fein abgestimmte Rollvorgänge aufgeteilt. Die Verdunstung kann so viel gleichmäßiger erfolgen, was eine Verbesserung der Teequalität bewirkt. Nachdem wir die Gelegenheit hatten, noch einige Fragen zu stellen, gingen wir los, um die Teefelder zu besichtigen. Die Yamarin Teefelder werden ausschließlich mit Bio Raps Trester, der bei der Ölherstellung abfällt, gedüngt. Das Wachstum der Teepflanzen ist dadurch aber im Gegensatz zum konventionellen Anbau vergleichsweise langsam.
Leider wurde es nun Zeit, die Heimreise anzutreten. Unser Bus wartete bereits auf uns und wir hatten gerade noch Zeit, ein Gruppenfoto mit der Familie Hayashi zu machen.

Morgen werden wir eine Teemeisterin besuchen, im Anschluss daran verlassen wir dann Kyoto und fahren mit dem Shinkansen nach Kagoshima.

Wir freuen uns schon, morgen Abend aus Kagoshima zu berichten und grüßen aus dem fernen Japan

Renate Schnorr, Angelika Herzing und Christof Heinickel

Kyoto bei Nacht:

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