Ba Da Shan, Samstag den 27.04.2013

Anders als gestern angekündigt, ging es heute nicht nach Lao Ban Shan sondern nach Ba Da Shan, einem Teeanbaugebiet, dass sich bis auf über 2000 Meter erstreckt. Im Ba Da Shan steht der höchste und älteste Teebaum der Region, ein Baum, den wir unbedingt mit eigenen Augen sehen mussten. Zuerst einmal mussten wir von Menghai zum Ort Ba Da im Ba Da Shan fahren. Der Weg dorthin war mit 2 Stunden angesetzt, aus denen aber dann fast 3,5 Stunden werden sollten, da der Weg schmal, holprig und mit einigen Hindernissen versehen war.

(der Bus setzte auf und musste befreit werden)

Endlich in Ba Da angekommen, wartete schon der Bauer Piang Ge, übersetzt „Schwebender Bruder“, auf uns um uns erst einmal eine Tasse Tee aufzubrühen.

Dann brachen wir mit ihm auf, den alten Baum zu besuchen. Der Ort Ba Da liegt auf ca. 1700 Meter und um auf über 2000 Meter zu kommen, lag ein sehr steiler, teilweise fußbreiter Pfad durch den Urwald vor uns. Der Aufstieg dauerte einige Stunden.

Die hohe Temperatur und der steile Anstieg konnten uns Teebegeisterte aber nicht stoppen und so kletterten wir höher und höher, vorbei an Gushu, alten Teebäumen und skurilen Bäumen.

Nach einer Kuppe stand dann plötzlich der alte Baum vor uns. Die Fotos können nicht wirklich vermitteln, wie groß und hoch dieser Baum ist, auch können sie die Magie des Ortes nicht ausreichend beschreiben.

Umgeben von Urwald auf einer Lichtung mit Wasserfall stand dieser imposante Baum und wir waren sprachlos, da wir so etwas noch nie zuvor gesehen hatten. Dieser Baum wurde nie kultiviert und steht auf sehr nährstoffreichem Boden, daher das Höhenwachstum. Geschätzt dürfte der Baum zwischen 25 und 30 Meter hoch sein, das Alter ist schwer zu schätzen, er ist sicherlich über 1000 Jahre alt, wahrscheinlich auch über 2000. Der Baum steht unter Schutz und darf nicht gepflückt werden. Um Schaden zu verhindern ist er mit Stacheldraht umzäunt.

Nachdem wir ausgiebig Fotos geschossen hatten, machten wir uns auf den Rückweg, denn es hatte zwischenzeitlich angefangen zu regnen und der Regen machte den Abstieg nicht einfacher.

Unten im Dorf angekommen wartete bereits der Bus auf uns, um uns zu einer Fabrik für Shou Pu Erh zu bringen. Fabrik ist eigentlich übertreiben. Es handelt sich um einen Raum, in dem Mao Cha, der rohe Pu Erh zu 50 cm hohen Haufen aufgeschüttet und mit Wasser besprüht wurde. Dadurch beginnt eine Fermentation und es entstehen Temperaturen um die 60 Grad. Der Tee wir im Falle dieser Fabrik 56 Tage fermentieren lassen. Nach jeweils 7 Tagen wir der Tee gewendet und während der gesamten Zeit 3x erneut befeuchtet. Leider war fotografieren verboten, daher gibt es nur die Beschreibung.

Morgen geht es nun endlich nach Lao Ban Shan, einem sehr bekannten Anbaugebiet mit äusserst wohlschmeckenden Tees. Wir werden berichten.

Es verabschiedet sich aus Menghai

Christof Heinickel

2 Antworten auf „Ba Da Shan, Samstag den 27.04.2013“

  1. Ihr Lieben Tee-Reisenden, mit Spannung verfolgten wir euren Blog und staunten über die wundervolle Natur, die euch sicherlich genauso in Ihren Bann zog. Wir hoffen ihr hattet eine erfolgreiche, aber vor allem angenehme Reise und grüßen euch ganz herzlich, Bis Bald, Eure Bratwurstfraktion ;D

    1. Danke ihr Beiden! Es gibt ab Samstag ganz tollen Tee bei uns, allerdings erst den ersten Teil, der Zweite kommt noch per Post nach Frankfurt!

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