Kumamoto, 25.04.2012 – Sakura-No En / Familie Matsumoto

Heute starteten wir mit dem Shinkansen Richtung Kumamoto, um die Familie Matsumoto und ihren Teegarten zu besuchen. Wir kennen sie bererits von der letzten Teereise 2010 und von einem Besuch bei uns im Geschäft. Am Bahnhof erwartete uns Herr Matsumoto bereits um mit uns auf schnellstem Weg in die Teefelder zu fahren, denn es war für heute Regen angesagt.

Die Teefelder der Matsumotos liegen zwischen 120 und 400 Metern und auf ihnen werden sowohl aus Setzlingen gezogene, als auch so genannte Zairaishu Pflanzen angebaut. Ebenfalls wird ein teil der Felder abgedeckt (Kabuse), wobei ausschliesslich die Pflanze Sayama-kaori verwendet wird. Diese ist hat sehr stabile Triebe, die sich trotz Abdeckung mit einer guten Ausbeute ernten lassen.

Die abgedeckten Pflanzen sind die einzigen, die gedüngt werden, alle anderen Pflanzen werden nach der Shizen Saibai (Naturanbau) Methode angebaut. Hier kommen keinerlei Dünger oder Chemikalien zum Einsatz, auch wird kein Beiwuchs entfernt, da dieser den Boden locker hält.

Die Matsumotos haben mit 3,3 Hektar einen sehr kleinen Teegarten, sind aber in Japan sehr bekannt und produzieren sehr viele Tee Spezialitäten. Da es nun immer mehr regnete, fuhren wir nach einer kurzen Besichtigung der Fabrik zum Haus der Matsumotos. Eine genaue Beschreibung der Fabrik und des Hauses finden sie in den Einträgen der letzten Teereise in Japan.

Herr Matsumoto und seine Frau servierten uns ein leckeres, selbst gemachtes Mittagessen und wir begannen Tee zu verkosten. Zuerst gab es den Sakura-No Shincha, sehr voll, sehr süß mit toller Farbe, dann wechselten wir zu Mukashi-Cha, was übersetzte „Tee von Früher“ heißt.

Herr Matsumoto verwendet hierfür nur Zairaishu Pflanzen, die nach der Ernte über nacht anoxidieren, bevor sie nach sehr kurzer Dämpfzeit (30 Sekunden) weiterverarbeitet werden. Ein aussergewöhnlicher Tee, leicht, aber mit Charakter, der einem ein breites Spektrum an Zubereitungsarten ermöglicht. Dies liegt daran, dass bei Zairaishu sehr unterschiedliches Pflückgut verarbeitet wird, da die Pflanzen sich wegen der Aufzucht aus Samen sehr stark in Blattgröße und Stärke unterscheiden. Als Drittes gab es Mukashi-kama-cha, einen Kamairi. Kamairi bedeutet, dass der Tee wie in Japan vor Einführung des Dämpfens über Feuer erhitzt wurde.

Die passiert in einer Trommel, wie wir sie aus China und Taiwan kennen, aber statt bei 300°C wie bei Oolong bei ca. 400°C. Dadurch bekommt der Tee eine nussige, tief fruchtige Note. Dieser Tee ist bei Herrn Matsumoto stark limitiert. Wir freuen uns, Ihnen in kürze trotzdem alle Sorten, wenn auch nur in begrenzter Menge, anbieten zu können. Eine weitere Überraschung ist, dass uns Herr Matsumoto für ein bis zwei Tage im Zeitraum vom 18 bis 27.09.2012 im Gewürzhaus Schnorr besuchen kommt und seine Tees präsentieren wird! Den genauen Termin erhalten Sie per Mail. Wie immer verging die Zeit wie im Flug und wir mussten unseren Zug bekommen. Morgen fahren wir nach Osaka, wo wir uns von unserer Reisegruppe verabschieden werden. Freuen Sie sich aber noch auf Berichte aus Osaka und Peking, denn es gibt noch viel zu entdecken!

Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit
Renate Ott-Thiel, Angelika Herzing und Christof Heinickel

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