Takanabe, 23.04.2012 – Shincha Herstellung

Heute morgen hieß es früh aufstehen, denn Haruyo Morimoto holte uns um 8 Uhr im Hotel ab, um mit uns zur Teeernte abzuholen. Zuvor mussten aber noch die Koffer gepackt und eingeladen werden, denn im Anschluss an die Teeproduktion würde es nach Kagoshima gehen. Nach einem kurzen Stop im Haus der Morimotos zum Abladen der Koffer fuhren wir auf das Teefeld, das wir gestern schon sorgfältig von Blättern befreit hatten und begannen, bei der Teeernte zu helfen.

Die Büsche erntete Haruyo mit einer Erntemaschine, die so eingestellt war, dass sie 3 Blätter von der Oberseite der Büsche erntete.

Hinten auf der Maschine war eine Art Karussell angebracht, auf denen sich Säcke kontinuierlich drehten und die die geernteten Teeblätter aufnahmen. Wenn diese voll waren, luden wir sie auf einen kleinen LKW um und bestückten die Maschine wieder mit frischen Säcken. Einige aus unserer Gruppe bekamen einen Korb in die Hand und sammelten Teeblätter für unser Mittagessen, denn es sollte Ocha-Tempura geben, in Backteig getauchte, ausgebackene Teeblätter.

Nachdem die Ladefläche des LKWs voll war, fuhren wir zurück zum Haus der Morimotos. In einer angebauten Halle befindet sich ihre Teefabrik. Sie besteht aus einer Produktionsstrasse, die alle Schritte der Teeherstellung, dämpfen, abkühlen, auflockern, rollen, formen, trocknen und sortieren nacheinander durchführt.

Am Ende des Prozesses erhielten wir 4 Qualtitäten. Sencha (Shincha), Konacha, Kukicha und grobe harte Stängel und Blätter für die Kosmetikherstellung.

Nun war es Mittagszeit und wir bekamen ein selbstgerechtes Mittagsmenü serviert, dass seines Gleichen sucht. Besonders begeistert waren wir vom Ocha-Tempura, denn Tee hatten die meisten von uns noch nicht gegessen.

Nach dem Mittagessen konnten wir die beiden Shinchas probieren, die an diesem Vormittag hergestellt wurden. Saki Midori und Yutaka Midori. Da Saki Midori kräftiger war und eher im hinteren Mundbereich stattfand und Yutaka Midori fruchtig-frischer war und mehr im vorderen Bereich zu schmecken war, entschlossen wir uns, beide im gleichen Verhältnis zu mischen. Das Ergebnis war ein voller, ausgeglichener und sehr frischer Shincha mit schönem Duft und langanhaltendem Geschmack. Wir werden Ihnen diesen Shincha schon bald bei uns zur Verkostung anbieten. Nun war es Zeit, uns zu verabschieden. Nach herzlichen Umarmungen luden wir unsere Koffer ein und wurden zum Bahnhof gebracht. Zur Zeit schreiben wir dies aus dem Bummelzug Richtung Kagoshima, da wir die Teeherstellung bis zum Ende verfolgen wollten, haben wir leider den Schnellzug verpasst…Aber das war es wert!

 

Viele Grüße aus Japan, irgendwo zwischen Miyazaki und Kagoshima auf der Insel Kyushu

Renate Ott-Thiel, Angelika Herzing und Christof Heinickel

 

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