Ban-chang, Donnerstag 12.04.2012 – Lü Zhen (grüne Nadel)

Es regnete als wir heute morgen nach Ban-chang aufbrachen um uns die Produktion von Lü Zhen anzuschauen. Lü Zhen wird aus der gleichen Pflanze wie unser Cui Lü, E-cha Nr.10 hergestellt, unterscheidet sich aber beim Erntezeitpunkt. Er wird direkt am Anfang der Ernte, ca. eine Woche vor dem Cui Lu gepflückt. Lü Zhen besteht als 1st Grade, der gerade produziert wurde aus einem Blatt und einer Knospe, wobei es auch noch eine seltene und sehr gefragte Qualität gibt, bei der ausschließlich eine Knospe gepflückt wird.

Zuerst erfolgt das gestern bereits beschriebene Sa-qing bei ca. 100°C, nach dessen Abschluss die Blätter, welche nun ca. 30% ihrer Feuchtigkeit verloren haben, schnell mit Ventilatoren heruntergekühlt werden.

Beim Verlassen der Sa-qing Maschine werden alte und beschädigte Blätter sowie Stile aussortiert, die für die Teebeutelherstellung verwendet weden.  Der nun folgende Rollprozess ist erneut der gleiche wie gestern, wobei wieder 10 Minuten ohne Druck, 15 Minuten mit leichtem und 10 Minuten mit mittlerem Druck gerollt wird.

Nach Abschluss des Rollvorganges werden die Blätter mit Hilfe eines Förderbandes in einen Etagentrockner transportiert, wo Ihnen weitere 20 Prozent an Feuchtigkeit entzogen werden. Nun kommen die Blätter in die Formmaschine, die die Blätter sowohl in eine Nadelform bringt, als auch durch Hitze weiter trocknet.

Um die Nadelform noch zu verstärken und die Trocknung abzuschliessen, kommen die Blätter noch für einige Zeit in eine beheizte Trommel.

Durch das doch recht schlechte Wetter mit wenig Sonne hatten die Blätter nach dem Trocknen eine tiefgrüne Farbe.

Nach dem Mittagessen fuhren wir in das Büro der Teefirma nach Xuan´En um Lü Zhen und Yu Lu zu verkosten. Von beiden Tees wurden 3 Gramm in eine Probiertasse gegeben und mit kochendem Wasser übergossen und 5 Minuten ziehen gelassen. Nach dem Abgiessen konnten wir dann die Blätter begutachten und den Tee probieren. Man darf hier keinen normalen, wohlschmeckenden Aufguss erwarten, vielmehr geht es um das Aufzeigen von Fehlern und die Einschätzung der Qualität des Tees, denn es wird alles aus den Blättern herausgelöst.

Nach unserer Verkostung stellten wir die Frage, ob es auch die Möglichkeit gäbe, den Lü Zhen 1 Bud zu verkosten, den ich bereits eingangs erwähnte. Wir hatten großes Glück, denn aufgrund des kalten Wetters und des daraus resultierenden späten Erntebeginns war dieser noch verfügbar. Wir waren begeistert! In unserer Tasse befand sich ein wunderbar spritziger, duftiger Grüntee mit schöner Süße, etwas wirklich ganz Besonderes! Auf unsere Frage hin, ob dieser Tee noch verfügbar wäre sagte man uns, dass es noch eine letzte Pflückung geben werde, die noch nicht verkauft sei, denn diese speziellen Pflückungen sind meistens schon vorab ausverkauft. Wir konnten eine geringe Menge dieses wunderbaren Bio  Grüntees reservieren. Voraussichtlich wird er Ende Mai bei uns eintreffen und wir freuen uns darauf, diesen mit Ihnen zu probieren. Da es leider den ganzen Tag so stark regnete, konnten wir die Neuanpflanzung Yu He Ping nicht besuchen.

Morgen Abend werden wir von En Shi nach Wuhan fliegen und auf dem Weg zum Flughafen noch ein Teedorf besuchen. Den Bericht hierzu finden Sie morgen hier.

 

Es verabschieden sich aus der Ferne und bedanken sich fürs Lesen

Renate Ott-Thiel, Angelika Herzing und Christof Heinickel

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