Ma-an Shan, En Shi, Mittwoch 11.04.2012 – Yu Lu

Heute morgen brachten uns unsere Fahrer zum Ma-an Shan (Ma-an = Sattel, Shan = Berg). Dort baut eine Kooperative von einigen Teebauern ausschließlich Bio Tee an.In der dortigen Teefabrik konnten wir bei der Produktion von Yu Lu (japanische Aussprache: Gyokuro) aus der Teepflanze Long Jing No. 43.  dabei sein. Zuerst werden hierfür die frisch gepflückten Blätter auf Bambusmatten zum Welken ausgebreitet.

Die Blätter, die heute verarbeitet wurden, wurden am Nachmittag des Vortages gepflückt und ausgelegt.Der zweite Schritt ist das Sa-qing, was übersetzt soviel wie „das Grün töten bedeutet“.

Mit Sa-qing ist der Erhitzungsprozess gemeint, bei dem die Enzyme in den Teeblättern inaktiviert und die Oxidation der Blätter verhindert wird. Bei diesem Prozess werden die Teeblätter in eine lange, sich drehende Trommel gegeben, welche sie bei ca. 100-120°C in 2 bis 3 Minuten durchlaufen. Das Pflückgut , welches für Gewöhnlich aus 2 Blättern und einer Knospe (two leafs and a bud) besteht hat beim Verlassen der Trommel ca. 30% ihrer Feuchtigkeit eingebüsst. Mit 70% Restfeuchte lassen sich die Blätter sehr gut rollen und formen. Alte, einzelne und beschädigte Blätter kommen fast getrocknet aus der Trommel und werden durch Wind aussortiert, da sie viel leichter sind als das restliche Pflückgut.

Als nächstes werden die Blätter in Rollmaschinen gegeben welche die innere Struktur des Blattes zerstören und so eine gleichmässige Verteilung der Feuchtigkeit innerhalb des Blattes gewährleisten. Diese läuft 10 Minuten mit sogut wie keinem Druck, 15 Minuten mit leichtem und zum Schluß 10 Minuten mit mittelstarkem Druck. Von der Rollmaschine kommen die Blätter in eine Maschine, die die nun stark miteinander verdrehten Blätter auflockert und für die nun folgende Trocknung vorbereiten.

Der nächste Schritt ist die Trocknung im Etagentrockner. Das Pflückgut durchläuft den Etagentrockner von oben her auf verschieden Ebenen, wobei es nach einer bestimmten Zeit immer eine Etage tiefer fällt, bis es die Maschine am unteren Ende recht kühl mit ca. 50 % Restfeuchte verlässt.

Für das Formrollen werden die Teeblätter auf einem mit Heißluft auf 80°C geheizten Tisch ausgebreitet.

Die Mitarbeiter verteilen nun das Pflückgut und rollen den Tee für ca. 20 Minuten bis zur gewünschten Form. Im Anschluss wird der Tee erneut ausgebreitet und trocknet bis auf ca. 8% Restfeuchte.Nach der Produktion konnten wir Fragen stellen, so erfuhren wir zum Beispiel, dass die Teepflanzen, wie in China üblich, in einer Nursery, einer Aufzuchtstation aus Zweigen einer Mutterpflanze gezogen werden. Nach dem Auspflanzen in den Teegärten brauchen die Pflanzen 2 bis 3 Jahre, bis sie erntereif sind und Ertrag bringen. Ab diesem Zeitpunkt wird die Pflanze ca. 20 bis 30x pro Jahr gepflückt, wobei sie zwischenzeitlich in unregelmässigen Abständen heruntergeschnitten wird. Alle 15-20 Jahre erfolgt das Pruning, ein extremes herunterschneiden, um die Pflanze wieder ertragreich zu machen

.

Nachdem wir unsere Fragen gestellt hatten gingen wir auf die Teefelder, wo uns Frauen aus der Volksgruppe der Tuo-jia in traditionellen Kostümen Tee für uns pflückten.

Morgen werden wir nach Ban-chang fahren um uns dort die Produktion von Lü Zhen anzuschauen und die Neuanpflanzung Yu He Ping zu besuchen.

Wir freuen uns bereits, morgen darüber zu berichten und freuen uns auf ihre KommentareRenate Ott-Thiel, Angelika Herzing und Christof Heinickel

Eine Antwort auf „Ma-an Shan, En Shi, Mittwoch 11.04.2012 – Yu Lu“

  1. vielen Dank für den tollen Bericht. Viele Neuigkeiten von Anbau, Pflückung und Verarbeitung. Wir freuen uns schon viele Fragen stellen zu dürfen und bleiben gespannt auf Eure schönen Berichte.
    Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.