Fortsetzung der Pu-Erh Produktion

Vor kurzem haben wir den „Trockengarprozess“ im heißen Wok beschrieben, der häufig auch als „Kochen“ bezeichnet wird und waren beim fertig-gegarten Blattgut angekommen. Dieses wird mithilfe von flachen Bambuskörben zu Bambusmatten getragen und dort mit den Händen gleichmäßig verteilt.


 
Die abgekühlten Teeblätter werden vorsichtig mit den Händen aufgeschichtet und kreisförmig geknetet. Zwischendrin werden die Blätter immer wieder gelockert. Wenn sie feucht und weich werden, kann mehr Kraft angewendet werden, aber das Blattgut sollte immer wieder aufgelockert werden. Anschließend werden die Teeblätter in beiden Händen in Streifen gerollt und wieder auf flachen Bambusschalen sehr dünn verteilt.
Theoretisch kann im späteren Fladen anhand der „Roll-Form“ des Blatts erkannt werden, in welcher Yunnan-Region ein Pu-Erh Fladen produziert wurde.


 
Nun werden die Blätter auf Bambuskörben oder -matten sonnengetrocknet. Meister Yu legt bei den von ihm produzierten Tees besonderen Wert darauf, dass die Blätter tatsächlich unter freiem Himmel und nicht unter einem transparenten Dach getrocknet werden, da dies sich besonders gut auf den Tee auswirke. Einige Teebauern scheuen hierbei die Arbeit des Sonnentrocknens unter freiem Himmel, da das Blattgut hierbei beobachtet werden und bei Regen hineingeholt werden muss.


 
Das getrocknete und gerollte Blattgut wird daraufhin per Hand sortiert. Für die Produktion von hochwertigem Pu-Erh werden nur die kleineren Blätter des gepflückten Triebes verwendet und die reiferen, größeren Blätter aussortiert. Das aussortierte Blattgut wird als „Huan Pian“ bezeichnet und kann ebenfalls zu günstigeren Pu-Erh-Fladen produziert werden.


 
Früher hat man zum Einkauf des hochwertigen Roh-Pu-Erhs („Mao Cha“) Huan Pian Blattgut geschenkt bekommen, wofür man heutzutage auch bezahlen muss.
Der Geschmack von Huang Pian ist leicht süßlich und wird besser wenn man ihn als Fladen ein paar Jahre lagert. Es können sich angenehme Dattel-Aromen entwickeln.

Bei der Weiterproduktion entscheidet sich der Teemeister zwischen zu Fladen gepresstem „Sheng“ Pu-Erh und „Shou“ Pu-Erh.

Bei Sheng Pu-Erh-Tee handelt es sich um natürlich gereiften/gealterten Pu-Erh-Tee, während bei Shou Pu-Erh-Tee die Fermentation beschleunigt wird.
Für die beschleunigte Reifung bei Shou Pu-Erh wird der Tee nun geschichtet und zwischen den Lagen mit Wasser befeuchtet. Durch den bakteriellen Reifeprozess steigt die Temperatur und sollte 65 °C nicht überschreiten. Einmal die Woche wird die Feuchtigkeit überprüft, durchmischt und der Tee erneut befeuchtet und geschichtet, um eine gleichmäßige Temperatur-Verteilung zu gewährleisten. Um hierbei eine Oxidation von etwa 80 % zu erreichen, fermentiert das Blattgut etwa 65 Tage. Shou Pu-Erh wurde früher bis zu 100 % oxidiert. Meister Yu bevorzugt hierbei aber einen Oxidationsgrad von 70–80 %, dass der Tee sich durch weitere Lagerung noch entwickeln kann und nicht „tot“ ist.
Somit hat Shou Pu-Erh einen Produktionsschritt mehr als Sheng Pu-Erh.
Der Roh-Pu-Erh („Mao Cha“) wird für die Teefladen-Produktion in Metallzylindern eingewogen, die unten ein Sieb haben, durch welches der Dampf hindurchdringen kann. Der Tee wird nun kurz heiß gedämpft und dann in einem Tuch zu Fladen geformt.


 
Die vom „Dämpfer“ geformten Fladen werden unter „Steinpressen“ gelegt und durch Belasten mit Körpergewicht und kontinuierlichem Hüftkreisen gepresst. Wichtig ist, dass die Fladen fest gepresst werden, sodass die spätere Lagerung auch zu einer Verbesserung des Pu-Erh führt.


 
Anschließend werden die Fladen innen auf Holzgittern getrocknet, bevor das Netz und das Tuch entfernt werden, damit sie nicht auseinander fallen.


 
Dann werden sie in einen Raum mit definierter Luftfeuchtigkeit und Temperatur gelagert, bis sie verpackt werden.
Da die Preise von hochwertigen Pu-Erh-Tees in den letzten Jahren stark gestiegen sind, werden heutzutage meist nur 5 kleinere Fladen zu Stapeln verpackt, während es früher 7 größere Fladen waren.


 
Anschließend werden die Stapel mithilfe eines Prägeeisens nach Wunsch des Teemeisters geprägt und mit einem Stempel die Jahreszahl auf den Stapel gebracht.


 

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