Vom Pflücken bis zum „Trockengaren“

Für alle Teegefährten war es sehr beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit und Sorgfalt die Pflückerinnen durch die alten Teebäume kletterten, um das hochwertige Blattgut abzutrennen.


 
Laut Aussage von Teemeister Yu spielt es eine entscheidende Rolle, beim Pflücken der alten Bäume sehr achtsam vorzugehen, um die kostbaren Pflanzen nicht zu verletzen. Dies hätte negative Auswirkungen auf das Wachstum der Teepflanze und würde dadurch die folgenden Ernten mindern. Aus diesem Grund ist es hier sehr wichtig, die Pflückerinnen im Vorfeld gut auszubilden.
Das frische Blattgut wird von den Pflückerinnen in die Produktionsstätte gebracht, wo die Säcke zunächst gewogen werden und die Teeblätter anschließend auf Gitternetzen zum „Luft holen“ und abkühlen ausgebreitet werden.


 
Über den Duft der Teeblätter entscheidet der Teemeister, wann der nächste Verarbeitungsschritt eingeleitet wird: Das „Trockengaren“ der Teeblätter.
Hierbei wird das Blattgut in einem gusseisernen Wok unablässig gewendet und durchmischt. Dieser wichtige Schritt wird vom „Teekoch“ durchgeführt. Die Kunst liegt darin, jedes Blatt gleichmäßig und solange zu erhitzen, dass ein einheitlicher Gargrad erreicht wird und keinesfalls eine Überhitzung der Blätter stattfindet.


 
Das Schöne an der Produktion von Pu-Erh Tee ist neben dem idealerweise natürlichen, wilden Wachstum der Pflanzen, dass der Herstellungsprozess völlig ohne Elektrizität auskommt. Der Wok zum Trockengaren hierbei ausschließlich mit Holzfeuer erhitzt.


 
Über den Endpunkt der Trockengarung entscheidet der Teemeister anhand der Haptik des Blattguts und des Duftes. Hat der Meister entschieden, den Prozess zu beenden, wird das Blattgut auf Bambusmatten verteilt und abkühlen gelassen.


 
Auf dem Bild ist wunderbar der Unterschied des Blattguts vor (links) und nach (rechts) dem Trockengar-Prozess zu erkennen.
Nachdem wir die Pu-Erh-Herstellungsschritte bis zum Abkühlen der Teeblätter begleitet hatten, wurden wir von dem freundlichen Teeproduzenten zum Essen eingeladen und bekamen sogar noch ein Lied gesungen. Gänsehaut pur!


 
Im Laufe der nächsten Tage werden wir Ihnen berichten, wie die abgekühlten Teeblätter in der Pu-Erh-Produktion weiterverarbeitet werden.

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