Besuch beim Teegarten Sakura-no-En der Familie Matsumoto

Heute brachen wir etwas später auf, um mit dem Shinkansen in die Präfektur Kumamoto zu fahren. Am Bahnhof von Minamata holte uns die Familie Matsumoto ab und fuhr mit uns in ihre in den Bergen gelegenen Teegärten.


Dort, auf ca. 400 Metern Höhe, wird hauptsächlich die Yabukita-, und Zairaishu-Pflanze angebaut. Die Zairaishu-Pflanzen werden von der Familie nur aus Samen gezogen und können bis über 300 Jahre alt werden, die geklonten Yabukita Pflanzen nur zwischen 30 und 40 Jahren. Dies ist damit begründet, dass die aus Samen gezogenen Pflanzen gegenüber geklonten Pflanzen zum einen eine große biologische Vielfalt haben, zum anderen anders als die Klone Pfahlwurzeln. Sie sind somit viel widerstandsfähiger.


Leider regnete es heute in Strömen, trotzdem besichtigten wir mit viel Interesse die verschiedenen Teegärten. Gegen Mittag fuhren wir zur Teefabrik der Produktionskooperative, in der unser Sakura-no-Sencha produziert wird. Sakura-no-Sencha ist, wie wir erfahren haben, ein halb-Kabuse-cha, wird also sowohl aus abgedeckten, als auch aus nicht abgedeckten Yabukita-Blättern hergestellt.

In der Fabrik hatten wir das Glück, uns die Maschine für Kamairi-Cha anschauen zu können.

Kamairi-Cha ist die Bezeichnung für Tee, der auf die traditionelle chinesische Art hergestellt wurde, also nicht gedämpft, sondern mit hoher Temperatur in einer rotierenden Trommel kurz erhitzt wurde. Die Dauer der Hitzeeinwirkung, 300 bis 400°C, beträgt ca. 20 Sekunden. Danach werden die Teeblätter heruntergekühlt und dann wie Tamaryoku-Cha weiter produziert, das heißt, ohne den formgebenden finalen Rollvorgang, der für Sencha typisch wäre. Kamairi-Cha hat eher eine nussige Note, ist dafür aber viel voller und runder als chinesischer Tee. Wir werden eine kleine Menge mit zurück bringen, die wir dann zusammen mit Ihnen verkosten werden.

Nach unserer Besichtigung und einem kurzen Mittagessen, wurden uns die unterschiedlichen Aufgussmethoden für japanischen Tee vorgeführt. Auch diese werden wir Ihnen gerne nach unserer Rückkehr vorführen.

Es folgte noch eine kurze Präsentation über die Geschichte des Teegartens, der in dritter Generation und seit 1928 besteht, dann wurde es auch schon Zeit für die Rückfahrt.

Dies war heute leider schon unser letzter Besuch in einem Teegarten, wir werden aber noch einmal aus Osaka berichten, wohin wir morgen sehr früh aufbrechen werden.

Viele Grüße aus Kagoshima

Renate Schnorr, Angelika Herzing und Christof Heinickel

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