Besuch bei Daichi-En, dem Teegarten der Familie Morimoto in der Präfektur Miyazaki

Nach einer Zugfahrt von zwei Stunden Länge, bei der wir die wundervolle Natur von Kyushu und des Kirishima Nationalparks bestaunen konnten, kamen wir im kleinen Örtchen Takanabe an. Dort erwartete uns bereits die Familie Morimoto, um uns ihre Teegärten und die Produktion zu zeigen. In den Teegärten der Familie Morimoto wird unser Kafun Catechin Tee und unser Miyazaki Tokujou Sencha angebaut. Zuerst fuhren wir in einen im Wald gelegenen Teegarten, in dem der erstgepflückte Tee (Ichiban-cha) der dort angebauten Yutaka-Midori Pflanze für den Tokujou Sencha verwendet wird.

Gedüngt werden die Teegärten von Daichi-En nur mit Bio Rapstrester und mit Bio-Dung. Beide Dünger werden kontinuierlich auf Schadstoffe überprüft, auch wird in der Umgebung aller Teegärten ausschließlich Bio Anbau betrieben. Dies erklärt, dass in den Tees von Daichi-En bei Messungen Schadstoffe nicht nachweisbar waren. Eine künstliche Bewässerung gibt es den Teegärten von Daichi-En nicht, man verlässt sich ausschließlich auf natürliches Regenwasser. Durch die vielen Sonnenstunden in Miyazaki enthält der Tee außerdem einen sehr hohen Tanningehalt. Die Biophilosophie der Familie Morimoto geht so weit, dass man keinen Kabuse-Cha produziert, da man den Tee nicht mit den dafür nötigen Plastiknetzen in Kontakt bringen will.

Nachdem wir den Garten und alle darin lebenden Insekten, unter anderem auch grüne Gottesanbeterinnen, besichtigt hatten, fuhren wir zum Haus der Familie. Dort wurden uns nacheinander die Tees der aktuellen Ernte vorgestellt, unter anderem Morimoto Sencha, einer von uns geblendeten Mischung aus Okumidori und Kanayamidori Sencha, Morimoto Matcha, einen wunderbar aromatischen Powdertee aus Tokujou Sencha, Morimoto Houjicha, einem besonderen, nur sehr leicht gerösteten Houjicha mit mild nussigem Aroma, sowie Morimoto Bancha, einem Bancha für heiße Sommertage. Alle Tees haben wir neu in unser Sortiment aufgenommen.

Im Anschluss an die hochinteressante und erfrischende Teeverkostung schauten wir uns die das Haus umgebende Teegärten an. Wir hatten die Gelegenheit, die Benifuki Teepflanzen für den Cathechintee zu begutachten. Benifuki ist ein Camelia Assamica Hybrid, der einen sehr hohen Gehalt an Cathechinen hat, die aber nur im nicht fermentierten Tee enthalten sind. Daher enthalten auch Assam Schwarztee oder anfermentierte Benifuki Sorten keine oder sehr geringe Cathechingehalte. Die geernteten Blätter der Benifuki Pflanze werden, nachdem er die Sencha Produktion durchlaufen hat, in einer Trommel mit Keramikkugeln für 40 Stunden pulverfein zermahlen. In einem Produktionsdurchlauf können maximal 12 kg Benifuki Sencha zu Pulver vermahlen werden.

Der plötzlich einsetzende Regen setzte unserer Besichtigungstour ein jähes Ende, und es wurde auch Zeit, zurück zum Bahnhof zu fahren, um unseren Zug zu bekommen. Nach einer herzlichen Verabschiedung und einem Gruppenfoto bestiegen wir den Zug Richtung Kagoshima, voller Vorfreude auf den nächsten Tag und den Teegarten Sakura-No-En, aus dem wir unseren Sakura No Sencha bekommen. Übersetzt heisst Sakura-No-Sencha, Kirsch-Feld-Sencha.

Für heute verabschieden sich
Renate Schnorr, Angelika Herzing und Christof Heinickel

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