Freitag 01.05.2015 – Ein paar letzte Tassen Tee mit Atong – Was läuft falsch mit Yencha, Felsentee?

Nachdem ich heute morgen in Yingge noch einige wunderschöne Teekannen und Teecups ausgesucht hatte, trafen wir, die noch anwesenden Reiseteilnehmer, uns am Nachmittag mit Meng Lin bei Atong, um uns zu verabschieden und noch einige Tees miteinander zu trinken.

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Wir fingen an mit einem gebissenen 2005 Qinqxin Tenbei (=Holzkohle), der wirklich wunderschön war. Gefolgt wurde dieser von einem Lala Shan Qingxin Tenbei, aus dem letzten Frühjahr, ein Tee von Teebauern Zheng, den wir 2013 besuchten. Im Anschluß fing Atong an, seine Schätze hervor zu holen, einen 1985 Dong Ding Gui Fei, der von Zikaden befallen war, dann einen 2005er Phönix Dan Chong (Einbaumtee).

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Einige dieser Tees werden wir in Kleinstmenge im Laden haben und sie können vorbestellt werden. Generell gilt: Sagen Sie Bescheid, wenn Sie etwas von den Tees, beziehungsweise Räucherwerk aus dem Blog interessiert. Wir können sicherlich etwas davon besorgen!

Im Kontext des Phönix Dan Chong kam die Frage auf, was er von Yencha, dem Felsentee denkt. Meng Lin übersetzte die Frage und der Meister verzog das Gesicht. Die Situation sei sehr schlecht und der Zustand der Pflanzen furchtbar. Es würde zu viel und zu oft gepflückt, da die Tees teilweise extrem hohe Preise erzielen und die Nachfrage sehr hoch ist. Die Verarbeitung sei furchtbar. Die Blätter werden viel zu heftig beim Welken angefasst. Dann gibt es keine Ruhephasen für die Reifung der Blätter, man gibt sie direkt nach dem Welken zu 300 Kg in die Bambus Rollkörbe, wo das Rollen natürlich nicht sorgfältig ist. Die Oxidation wird der Einfachheit halber direkt in den Rollkörben erledigt und dann wird sofort erhitzt und viel zu stark geröstet. Das Ergebnis ist ein toter Tee, der einem „wie ein Boxer mit der Faust ins Gesicht schlägt“, ein guter Tee sei aber, so Atong, wie Taichi. Sanft, fließend und doch kraftvoll und ausdauernd.

Wir probierten einen sehr teuren Yencha, den Atong vor vier Jahren einmal geschenkt bekommen hatte und wussten genau, was er meinte… Kein Genuss, vor allem mit der Erfahrung im Tee, die wir alle hatten.

Um unsere Sinne wieder etwas zu besänftigen gab es noch drei weitere Tees, einen 2005 Huang Zhixang, sehr lecker, aber nicht mehr zu bekommen, einen 2006er Huang Yin Gui aus der Winterernte, toller Tee und tatsächlich noch zu haben und zum Abschluss eine Rarität, einen 1975er Muza Meizhan. Diese Teesorte ist nicht mehr zu bekommen und sie wird in Muza auch nicht mehr angebaut. Ein fantastischer Tee mit Edelholznote und einen extrem langen Abgang. Wirklich ein einmaliges Teeerlebnis, mit dem leider unsere Teereise 2015 endete.

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Ich kann mich im Abschluss nur bei allen Teilnehmern bedanken, denn durch ihre Fragen konnte ich sehr viel lernen. Besonderen Dank schulde ich aber Meng Lin, denn ohne ihre Organisation und ihre Übersetzung wäre diese Reise nicht möglich gewesen.

Morgen geht es wieder zurück nach Frankfurt, seien Sie gespannt darauf, was ich mitgebracht habe!

Es verabschiedet sich und bedankt sich fürs Lesen

Christof Heinickel

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