Zurück in Frankfurt / Danke

Ich bin nun zurück in Frankfurt und erzähle den Kunden von den vielen Interessanten Eindrücken und Informationen, die ich auf dieser Reise aufgesaugt habe. Ich möchte auf diesem Wege noch einmal Danke sagen für die fantastische Arbeit unserer Reiseleitung Meng-Lin, ohne die dies alles nicht möglich gewesen wäre und ohne deren gute Kontakte und unermüdliche Übersetzung wir alle nur ein Bruchteil der Informationen mit nach Hause hätten nehmen können.

Meng-Lin stand immer bereit, wenn wir etwas nicht verstanden haben oder wenn wir Hilfe in Geschäften oder Restaurants brauchten.

Wir werden von Meng-Lin auch noch einige handgemachten Teekännchen und aussergewöhnliche Tees bekommen auf die wir uns schon sehr freuen.

Für deine tolle Arbeit, liebe Meng-Lin noch einmal herzlichsten Dank!

Lala Shan, Sonntag 05.05 und 06.05.2013

Lala Shan, das war das Ziel des Tages. Weil Sonntag war, liessen wir den Tag etwas gemütlicher anfangen und trafen uns erst gegen 13 Uhr bei Meister Chen. Dort wartete schon der Teebauer Zheng auf uns und wir starteten unsere 3 stündige Busfahrt, die uns von Meereshöhe auf über 1700 Meter führen sollte.

Der Weg nach Lala Shan war sehr kurvig, aber wunderschön. Wir kamen den Wolken von Minute zu Minute näher und bald lagen sie unter uns und boten ein atemberaubenden Anblick.

Nach einem Zwischenstop um Fotos zu machen, kamen wir am Gästehaus neben dem Teegarten von Herrn Zheng an. Nachdem wir unsere Zimmer erhalten hatten, trafen wir uns zu einem Gespräch und einer Teeverkostung mit Herrn Zheng.

Herr Zheng war in seinem früheren Leben ein einfluss- und erfolgreicher Bauunternehmer, der irgendwann genug von seinem Beruf hatte und sich ein Stück Land im Lala Shan kaufte. Da er überhaupt keine Ahnung hatte, was er mit dem Land machen sollte, liess er es erst einmal brach liegen, bis er vor ca. 30 Jahren begann, Teepflanzen zu pflanzen. Da er auch keine Ahnung von Teeanbau hatte, liess er die Pflanzen einfach wachsen, entfernte kein Unkraut, düngte nicht und benutzte auch keine Pestizide. Der Tee, den er machte, war nicht gut, das Ausgangsmaterial, der organisch angebaute Oolong aber sehr, sehr gut. Die Geschichte ist nun, dass Atong neugierig auf Lala Shan Tee war und einen passenden Teegarten suchte, der Tee nach seinen Vorstellungen machen könnte. Genau zu der Zeit bekam Herr Zheng von seiner Frau das Buch von Atong geschenkt, das auch bei uns im Geschäft steht. Herr Chen war so begeistert von der Philosophie und den Tees von Atong, dass er beschloss, dass Atong der Teemeister sein sollte, der seinen Tee machen sollte. Atong bekam zur gleichen Zeit einen Tip von einem Freund, dass es in Lala Shan einen verwilderten Teegarten gebe, der einen Besuch von Atong lohnen würde. Der Garten von Herrn Zheng. Atong machte sich also mit zwei Schülern auf den Weg nach Lala Shan und fand nach kurzem suchen den Garten. Atong war vollkommen begeistert und ergriffen von dem Teegarten, denn er sah genau so aus wie der erste Teegarten, bei dem er vor 25 Jahren Tee machte, nur der Tee war, wie er sagte, ziemlich schrecklich. Atong und Herr Zheng beschlossen, zusammen zu arbeiten und mit Hilfe von Atong gibt es nun absolut großartige Tees aus dem Teegarten von Herrn Zheng. Nach einer ziemlich kurzen Nacht auf ziemlich kurzen Tatami Matten gingen wir los, die Teegärten von Herrn Zheng zu besuchen. Nach einer schweisstreibenden Bergwanderung kamen wir beim Teegarten an.

Der Garten besteht aus 2 teilen, einem alten Teil, den Herr Zheng von seinem Freund vor 20 Jahren übernommen hat und einem neuen Teil, den der nach und nach bepflanzt hat. Im alten Teil stehen Si Ji Chun und Jin Xuan Teepflanzen, die dort naturbelassen wachsen. Wenn man sich die Pflanzen, besser ihre Stämme betrachtet, sieht man allerlei Beiwuchs und Moos.

Dies findet man so nur bei organic Anbau. Herr Zheng weigert sich nämlich sogar, Bio Dünger oder Pflanzenschutz einzusetzen. Er erzählte uns, dass er die Erde nicht zerstören will und lieber jeden zweiten Busch an die Zikaden verliert. Lachend erzählte er, dass er alle paar Tage durch die Felder geht und mit den Zikaden redet: Ein Busch für euch, ein Busch für mich und wenn die Ernte zu gering ausfällt, könnte er ja wieder ein Haus verkaufen. Herr Zheng ist ein absoluter Überzeugungstäter!

Hier einige Eindrücke aus dem Teegarten. Wir werden ab Samstag sowohl den Lala Shan Jin Xuan als auch den Lala Shan Si Ji Chun in kleinen Mengen anbieten können, vorbestellen lohnt sich.

Es verabschiedet sich aus dem Hochland von Taiwan

Christof Heinickel

 

Teipeh/ Atongs Geschäft, Samstag den 04.05.2013

Heute stand ein Teeworkshop mit Atong auf dem Program.

Wir verkosteten viele verschiedene über Holzkohe geröstete, länger und kürzer gelagerte Li Shan, Ali Shan und Dong Ding Oolong. Trotz ähnichem Alter schmeckten einige Oolong weniger nach Holzkohle, einige noch sehr stark. Atong erklärte uns den Grund. Wenn bei der Oolong Produktion, wie wir sie 2009 bereits beschrieben haben, der Tee nicht richtig komprimiert wurde, dass heißt, die kleinen Teekügelchen nicht wirklich kompakt sind, dringt der Geschmack der Holzkohle beim Röstvorgang bis in die Mitte der Kugel ein und bleib auch bei längerer lagerung stark spürbar. Wenn jedoch der Tee ausreichend stark komprimiert ist, bildet der Holzkohlegeschmack eine „Haut“ um den Tee und dringt nicht ein. Die Veränderungen durch die Holzkohlehitze verändert also den Tee, ohne dass die Holzkohle noch vorschmeckt. Dies ist eines der Geheimnisse von wirklich gut geröstetem Tee!

Morgen geht es nach Lala Shan, einem sehr berühmten Teegebiet, dass wir noch nie besucht haben. Freuen Sie sich auf den Bericht!

Christof Heinickel

 

Taipeh/ Wistaria Teahouse, Freitag den 03.05.2013

Heute Mittag traf endlich wieder unsere Gruppe zusammen, die das Unwetter in Jinghong und Kunming ja bis nach Hong Kong verstreut hatte und wir besuchten zusammen Chow Yu im Wistaria Teahouse.

Chow Yu betreibt dieses, über die Grenzen Taiwans berühmte Teehaus seit nun 32 Jahren, genau seit dem 18.1.81. Chow Yu ist Dichter, Maler und Tee Experte mit vielen Veröffentlichungen in nationalen und internationalen Zeitungen.

Nachdem wir an einem Tisch Platz genommen hatten, bekamen wir unseren ersten Tee zur Verkostung, einen 2013 Frühlings Mao Cha aus Yiwu, den Chow Yu in China machen lassen hat.

Als erstes fiel uns die ganz unterschiedliche Sprache des Tees auf. Die Tees von Meister You sind, wie wir fanden, noch tiefer und ausgewogener. Die erkläre ich mir dadurch, dass Chow Yu eine viel größere Menge an Tee produzieren muss, um die Nachfrage in seinem Teehaus decken zu können. Dies soll nicht heißen, dass wir schlechten Tee zur Verkostung bekamen, nur geht leider „Menge“ eigentlich immer zu Lasten von Qualität. Wenn man sich die früheren Berichte in unserem Blog durchliest und sich betrachtet, was genau Gushu Tee ist und wie wenig es eigentlich von diesen Bäumen gibt, sieht man sofort, warum so große Mengen an Tee sehr problematisch zu bewerkstelligen sind.

Anders sah es mit dem Tee aus Chow Yus Privatsammlung aus, den wir danach zum probieren bekamen. Der Tee hieß Yishan Mou Gushu und war ein Single Tree Pu Erh. Hierbei wird für den Tee nur von einem einzigen alten Baum gepflückt und man kann die Energie und das spezielle Aroma dieses einzelnen Baums schmecken. Genau so war das bei diesem Tee. Er hatte ein sehr vollen Geschmack mit feiner Herbe, die sich nach kurzer Zeit in langanhaltende Süße verwandelte. Auch hatte er diesen für Gushu typischen Geschmack nach frischen Austern, süß und maritim, aber überhaupt nicht fischig. Der „Austern“ Geschmack ist fast nicht wahrnehmbar und fast nicht zu beschreiben. Wir werden Gushu Tee bekommen, sodass man diesen Geschmack bei uns kennen lernen kann.

Als letztes bekamen wir die Chance, etwas sehr aussergewöhnliches, rares und teures zu verkosten: Hong Yin von 1950. Hong Yin, oder Red Label. Dieser gelagerte Tee ist voll tiefen Holznoten nach Edelhölzern bzw. Sandelholz und hat eine unglaubliche Süße und langen Abgang. Ein wirklich schöner Abschluss für den Abend , denn alte Pu Erh wirken sehr entspannend.

Ich wünschte ich könnte den Geschmack und den Duft aller Tees, die wir seit Beginn unseres Blogs beschrieben hatte, den Leser schmecken und riechen zu lassen. Da dies nicht geht, freuen Sie sich auf die Verkostungen ab Ende der nächsten Woche bei uns im Gewürz- und Teehaus Schnorr!

Morgen werden wir Atong Chen zum Teeworkshop besuchen, ich werde berichten

Christof Heinickel

Jinghong/Kunming/Taipeh, Mittwoch, 01.05 und Donnerstag, 02.05.2013

Leider ging auf unserem Flug einiges schief. Am frühen Mittwoch Abend fuhren wir zum Flughafen. Dort angekommen stellten wir fest, dass einige Flüge bereits Verspätung hatten, unser Flug sollte aber pünktlich sein. Kurz vor unserem Bording sah plötzlich die Welt um uns aus, als ob jemand eine Dusche aufgedreht hätte, es regnete Bindfäden und die Blitze der Gewitterfront, die über uns zog, waren horizontal und von epischer Größe. Wir waren glücklich, dass uns das Unwetter am Boden erwischte, ungeachtet der Tatsache, dass sich unser Flug um unbestimmte Zeit verschieben sollte. So kam es, dass wir nach dem verspäteten Boarding für 1,5 Stunden in der Maschine saßen, da der Flughafen in Kunming gesperrt war und dann nach dem Flug vor dem Gate in Kunming nächtigen mussten.

Glücklich kamen wir dann gegen 12 Uhr in Taipeh an, um dann sofort nach Yinnghe, der Porzellanstadt zu fahren, denn dort gibt es wunderschöne Teekännchen und Schalen! Hier einige Bilder, die Kännchen sind ab Ende nächster Woche in Deutschland und nur begrenzt verfügbar.

Morgen wird uns der Rest der Gruppe wieder treffen, denn die andere Hälfte der Gruppe wurde nach Hong Kong umgeleitet und hat seine ganz eigene Odyssee hinter sich. Ab Samstag werden die Berichte wieder regelmässiger eintreffen.

Es grüßt aus Taipeh

Christof Heinickel

Yiwu/Jinghong, Dienstag den 30.04.2013

Heute morgen nach dem Frühstück hatten wir kurz Gelegenheit, die Produktion von Teefladen anzuschauen. Leider waren Fotos strikt verboten, daher hier eine kurze Beschreibung.

Zuerst wird der Mao Cha, Rohtee, je nach gewünschter Fladengröße abgewogen und in Metallzylinder gegeben, die an der Unterseite gelocht sind. Die Zylinder werden dann auf einen Dampfauslass gestellt und 25 bis 30 Sekunden gedämpft. Im Anschluss wird der Tee in Baumwollbeutel gefüllt, eingedreht, der Knoten dann in die Mitte des Fladen gedrückt und an den Presser weitergegeben. Der für das Pressen zuständige Mitarbeiter presst dann den Fladen mit einem 25 Kg schweren Stein. Es gibt fester und lockere gepressten Tee, der lockere fermentiert schneller, der festere langsamer. Nach dem Pressen muss der Fladen zuerst richtig auskühlen, dann wird er in der Sonne durchgetrocknet, wobei die Mittagssonne gemieden wird.. Danach wird der Tee zuerst in Papier und dann in Bambus zu Stapel gepackt. Mehrere Stapel werden zum Transport in Bambuskörbe verpackt.

Unser Bus wartete schon auf uns, da wir nach Jinghong aufbrechen mussten. 3 Stunden später kamen wir nach langer, anstrengender Fahrt in Jinghong und damit wieder in der Zivilistation an, den es gab ein Hotel mit westlicher Toilette und sogar heißem Wasser aus der Dusche! Leider konnten wir diesen Luxus nur eine Nacht geniessen, denn am nächsten Tag sollte unser Flug  nach Taiwan gehen. Vorher gab es aber noch eine Teeverkostung mit Meitser You.

Hier einige Bilder der Verkostung

Morgen fliegen wir zuerst nach Kunming und dann am Donnerstag morgen nach Taipeh

Wir freuen uns, zu berichten!

Christof Heinickel

Yiwu/Mahei, Montag den 29.04.2013

Heute sollte unser Ziel Yiwu, bzw. der Ort Mahei sein, den wir nach einer ca. 6 stündigen Busfahrt über teilweise kriminell schmale und steinige „Strassen“ erreichten.

Früher wurde aller Tee, der rund um Yiwu produziert wurde, als Yiwu Tee verkauft. Bedingt durch die immer stärker steigenden Preise und die Beliebtheit von Pu Erh Tee haben die kleineren Orte rings um die Stadt Yiwu aber auch angefangen, den Tee selbst zu vermarkten. Dies bringt viel Geld zu den Bauern und hilft ihnen, den Lebensstandard zu verbessern.

Die Teewälder rund um Mahei beherbergen einige sehr alte Teebäume, einige über 1000 Jahre alt. Dies ist aus dem Grund interessant, da der Tee von solch alten Teebäumen eine besondere Energie und Volumen hat, welche in Plantagentee, so genanntem Taidi Cha nicht zu finden sind. Auch in verlassenem Wald, Huang Shan ist dieser Geschmack nicht so stark ausgeprägt. Als Huang Shan, verlassenen Wald, bezeichnet man Teebäume, die während bzw. der Kulturrevolution nicht mehr gepflückt oder gepflegt und sich selbst überlassen wurden. Die Bauern sollten statt dessen Zuckerrohr und Mais anbauen, um die damalige Hungersnot zu lindern. Die Bäume konnten sich also frei entfalten und verwilderten nach und nach,was sch sehr positiv auf die Tiefe des Geschmacks auswirkt. Leider wurden einige der Bäume „geköpft“, um noch mehr Pflückgut zu erhalten.

Nachdem wir uns den alten Wald angeschaut hatten, Ging es weiter nach Mahei, wo uns nach kurzer Zeit ein Parteifunktionär zum Tee einlud.

Man kann kurz zu dem angeblichen „Gushu“ alter Baum Tee sachen, dass wir schon bessere, echtere dieser Sorte Tee hatten.

Fertig mit Teetrinken führen wir zurück nach Yiwu, um uns die alte Strasse anzuschauen, in der sich im 17 Jahrhundert die berühmten Teegeschäfte befanden. Die Atmosphäre war unbeschreiblich, als ob man in der Zeit zurück gereist wäre.

Noch heute sind diese Gebäude bewohnt und man sieht Kinder spielen und Hühner nach Futter picken.

Da es langsam dunkel wurde, machten wir uns auf Richtung Hotel um nach kurzer Nacht nach Jinghong zu fahren, leider über die gleiche kriminelle Strasse.

Morgen fahren wir nach Jinghong, von wo unser Flug nach Taiwan über Kunming abfliegt.

Leider hatten wir keine Internetverbindung, daher hat es leider sehr lange gedauert, bis wir diesen Bericht online stellen konnten.

Viele Grüße aus China

Christof Heinickel