Lao Ban Zhan, Sonntag 28.04.2013

Heute früh sollte es nach Lao Ban Zhan gehen. Da der Weg für unseren Bus zu schlecht war, warteten vor unserem Hotel schon einige Pick Up Trucks um uns dorthin zu bringen.

Nach 3 Stunden sehr holpriger Fahrt kamen wir an der ersten von 2 Kontrollstationen an. Hier soll sicher gestellt werden, dass keine Tees von den umliegenden Gebieten nach Lao Ban Zhan gebracht werden und als Tee von dort ausgegeben werden. Nach dem zweiten Kontrollpunkt kamen wir dann in Lao Ban Zhan an. Der Ort ist nicht wirklich schön und überall wird gebaut, da der Tee vielen Menschen dort ein gutes Einkommen sichert.

Pian Ge, der Bauer, der uns auch gestern schon begleitete führte uns zu einem befreundeten Teebauer, und goss für uns Tee auf, der angeblich von Lao Ban Zhan sein sollte, wahrscheinlich aber für reiche chinesische Touristen gedacht war, die den Tee nur aus Spekulations- und Sensationsgründen kaufen. Wirklich geschmeckt hat der Tee ebenfalls nicht. Nach der Verkostung gingen wir mit Pian Ge los, um alte, verlassene Teebäume zu besuchen.

Wir kamen an zwei Teebäumen an, die der König und die Königin genannt werden und über 1000 Jahre alt sein sollen. Da der Ort Lao Ban Zhan nachweislich nur 900 Jahre alt sind und die Bäume angepflanzt wurden, hegten wir auch hieran starke Zweifel. Sehr interessant war das Aussehen der Teebäume, denn sie erinnerten von der Form her stark an Obstbäume. Nachdem wir wieder zurück im Dorf waren, ging es auch schon wieder zurück nach Menghai. Abschliessend bleibt zu sagen, dass der Ort Lao Ban Zhan eher etwas für chinesische Touristen ist und es dem Tee bis auf Ausnahmen nicht gut tut, dass der Tee so hohe Preise erzielt und so berühmt ist. So geben sich die Bauern leider überwiegend wenig Mühe, den bestmöglichen Tee herzustellen.

Morgen geht es nach Yiwu, wir freuen uns!

Viele Grüße aus China

Christof Heinickel

Ba Da Shan, Samstag den 27.04.2013

Anders als gestern angekündigt, ging es heute nicht nach Lao Ban Shan sondern nach Ba Da Shan, einem Teeanbaugebiet, dass sich bis auf über 2000 Meter erstreckt. Im Ba Da Shan steht der höchste und älteste Teebaum der Region, ein Baum, den wir unbedingt mit eigenen Augen sehen mussten. Zuerst einmal mussten wir von Menghai zum Ort Ba Da im Ba Da Shan fahren. Der Weg dorthin war mit 2 Stunden angesetzt, aus denen aber dann fast 3,5 Stunden werden sollten, da der Weg schmal, holprig und mit einigen Hindernissen versehen war.

(der Bus setzte auf und musste befreit werden)

Endlich in Ba Da angekommen, wartete schon der Bauer Piang Ge, übersetzt „Schwebender Bruder“, auf uns um uns erst einmal eine Tasse Tee aufzubrühen.

Dann brachen wir mit ihm auf, den alten Baum zu besuchen. Der Ort Ba Da liegt auf ca. 1700 Meter und um auf über 2000 Meter zu kommen, lag ein sehr steiler, teilweise fußbreiter Pfad durch den Urwald vor uns. Der Aufstieg dauerte einige Stunden.

Die hohe Temperatur und der steile Anstieg konnten uns Teebegeisterte aber nicht stoppen und so kletterten wir höher und höher, vorbei an Gushu, alten Teebäumen und skurilen Bäumen.

Nach einer Kuppe stand dann plötzlich der alte Baum vor uns. Die Fotos können nicht wirklich vermitteln, wie groß und hoch dieser Baum ist, auch können sie die Magie des Ortes nicht ausreichend beschreiben.

Umgeben von Urwald auf einer Lichtung mit Wasserfall stand dieser imposante Baum und wir waren sprachlos, da wir so etwas noch nie zuvor gesehen hatten. Dieser Baum wurde nie kultiviert und steht auf sehr nährstoffreichem Boden, daher das Höhenwachstum. Geschätzt dürfte der Baum zwischen 25 und 30 Meter hoch sein, das Alter ist schwer zu schätzen, er ist sicherlich über 1000 Jahre alt, wahrscheinlich auch über 2000. Der Baum steht unter Schutz und darf nicht gepflückt werden. Um Schaden zu verhindern ist er mit Stacheldraht umzäunt.

Nachdem wir ausgiebig Fotos geschossen hatten, machten wir uns auf den Rückweg, denn es hatte zwischenzeitlich angefangen zu regnen und der Regen machte den Abstieg nicht einfacher.

Unten im Dorf angekommen wartete bereits der Bus auf uns, um uns zu einer Fabrik für Shou Pu Erh zu bringen. Fabrik ist eigentlich übertreiben. Es handelt sich um einen Raum, in dem Mao Cha, der rohe Pu Erh zu 50 cm hohen Haufen aufgeschüttet und mit Wasser besprüht wurde. Dadurch beginnt eine Fermentation und es entstehen Temperaturen um die 60 Grad. Der Tee wir im Falle dieser Fabrik 56 Tage fermentieren lassen. Nach jeweils 7 Tagen wir der Tee gewendet und während der gesamten Zeit 3x erneut befeuchtet. Leider war fotografieren verboten, daher gibt es nur die Beschreibung.

Morgen geht es nun endlich nach Lao Ban Shan, einem sehr bekannten Anbaugebiet mit äusserst wohlschmeckenden Tees. Wir werden berichten.

Es verabschiedet sich aus Menghai

Christof Heinickel

Men Song, Freitag den 25.04.2013

Heute früh ging es nach Men Song, einem Teeanbaugebiet auf 2400 Metern Höhe. Vorbei an Naka Shan, dem Anbaugebiet mit den teuersten Tees ging es nach Manxiliang, einem Ort mit speziellen Teebäumen, die sich durch ihre vergleichsweise kleinen und sehr aromatischen Blätter auszeichnen. Dort angekommen gingen wir los, um den Wald mit den alten Bäumen zu erkunden.

Uns fiel auf, dass einige Bäume wie abgebrochen aussahen und aus den Stümpfen neue Triebe hervorkamen. Der Teebauer, der uns begleitet erklärte uns den Grund. Wenn die Teebäume, zB. durch Insekten, absterben, so beginnen die Pflanzen neu auszutreiben und ein neuer Teebaum wächst heran.

Wir konnten einige Bäume entdecken, die bereits in der dritten neuen Wachstumsphase bzw. Lebensphase waren. Die alten Teebäume stehen alle im Halbschatten unter größeren Bäumen anderer Spezies, wodurch der Tee süßer wird.

Der Halbschatten bewirkt einen geringeren Gehalt an Catechinen, Bitterstoffen. Da der Tee von alten Bäumen immer teurer wird, beschneiden leider die Teebauern zum Teil die alten Bäume, damit diese mehr Blätter ausbilden, die dann mehr Gewicht an geernteten Blättern und somit mehr Geld für den Bauern bewirken. Leider wirkt sich das negativ auf den Teegeschmack aus. Da die Tees der alten Bäumen aber so gefragt sind, sind die Tees bereits verkauft, bevor sie geerntet sind. Dies hat zur Folge, dass die Bauern sich nicht anstrengen müssen, um die bestmögliche Qualität zu produzieren. Leider bezieht sich das auch auf die Arbeitsschritte, die zu Mao Cha, dem rohen Pu Erh führen. Nach einem Mittagessen bei den Teebauern, die extra frisch ein Schwein für uns geschlachtet hatten, brühte erst Meister You, dann die Teebäuerin für uns Tee auf.

Von Ihr erfuhren wir die Hintergründe des Waschens beim Aufgießen von Pu Erh. Dies geschieht, damit der Gast das Gefühl hat, der Tee sei extra für Ihn gereinigt worden. Laut ihr ist dies eine Geste für die Gäste, sie privat trinkt ab dem ersten Aufguss immer mit. Die Bauern in Manxiliang trinken übrigens ihren Tee ganz anders, als gedacht. Sie pflücken lange Teezweige mit 7 bis 8 Blättern, die sie dann über dem offenen Feuer Rösten. Im Anschluss daran werden diese Zweige dann im Topf gekocht und der Aufguss getrunken. Am interessantesten fanden wir die Information über Cha Gau. Cha Gau, übersetzt dicke Teeflüssigkeit. Bei seiner Herstellung werden 25 Kg sehr guter Mao Cha 1 Tag in einem Großen Gusseisen Wok gekocht. Anschliessend entfernt man die Teeblätter und kocht dann den Sud für 3 Tage in einem Steingut Topf über Holzkohlefeuer ein, bis eine Art Sirup entstanden. Diesen füllt man nach dem Abkühlen in Bambuspäckchen. Man erhält aus 25Kg Blättern nur ca. 1 Kg Cha Gau. Dieser wird dann vom entstanden Block abgehobelt und mit einem Bambusbesen, ähnlich dem Matcha aufgeschlagen. Hier sieht man wieder einmal einen eine gemeinsamen Ursprung der chinesischen und japanischen Teekultur. Wir versuchen gerade, Cha Gau aus ursprünglicher Herstellung zu bekommen, dies wird aber leider frühesten im Herbst klappen. Leider mussten wir wieder viel zu früh zurückfahren, erfuhren aber auf der Rückfahrt noch, wie genau Shou Pu Erh, der gekochte oder künstlich gealterte Tee hergestellt wird. Die Herstellung bis zum Mao Cha ist gleich wie beim Sheng Pu Erh, dann werden aber die Blätter in Räumen dick ausgelegt und dann mit Wasser besprüht. Nach einiger Zeit beginnt ein Fermentationsprozess, ähnlich wie beim Kompostieren, bei dem die Blätter über 50°C warm werden. Ist der Teehersteller der Ansicht, der Tee sei fertig, wendet er den Tee, womit die Fermentation gestopt wird. Danach wird der Tee getrocknet und sortiert, wobei die Tips aussortiert werden, da sie den höchsten Preis erzielen. Schlecht fermentierte Klumpen werden aussortiert. Danach wird der Tee zu Fladen gepresst oder auch lose verkauft.

Nach diesem Interessanten Tag sind wir nun wieder im Hotel angekommen und freuen uns auf den nächsten Tag, es geht nach Lao Ban Shan!

Bis zum nächsten Eintrag

Christof Heinickel

Na Nuo Shan, Donnerstag den 25.04.2013

Heute früh fuhren wir los ins ca. 3 Stunden entfernte Menghai, genauer nach Na Nuo Shan, einem für seine sehr alten Bäume bekannten Ort. Um ihn zu erreichen musste unser Busfahrer all sein fahrerisches Können nutzen, denn der Weg dorthin war sehr, sehr schmal, einspurig und unübersichtlich. Oben angekommen begrüßte uns der Na Nuo Shan mit wolkenbruchartigen Regen und Gewitter.

Zum Glück sind solche Wetter in Asien meistens von recht kurzer Dauer und nach einer guten halben Stunde kam die Sonne hervor und wir konnten unseren Marsch zu den alten Teebäumen beginnen.

Beim Laufen durch den Wald erklärte Meister You, dass Pu Erh Bäume sich am  wohlsten im Halbschatten fühlen und wenn sie genug Platz um sich herum haben. Interessant ist auch, wie ein Teemeister zu dem Tee kommt, den er später veredelt und verkauft. Er macht sich nämlich auf Wanderschaft durch die Teewälder und Anbaugebiete und schaut nach Teebäumen, die ihm gefallen. Wenn er etwas gutes findet, geht er durch die Nachbarschaft und fragt nach dem Besitzer des Teebaums, bzw. der Bäume. Dann beginnt er mit den Bauern zu arbeiten.

Der Weg führte uns nach und nach tiefer in den Wald. Der Geruch und die Atmosphäre in diesem Wald lässt sich schwer beschreiben. Holz- und Kampfernoten, gemischt mit dem Duft feuchter Teebäume, Musik für die Nase!

Wenn man dann vor einem 800 Jahre alten Teebaum steht, mit diesem Duft in der Nase und den laut singenden Zikaden fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Nach einer knappen Stunde kamen wir dann am Ziel an, ein Gigant von einem Teebaum, ca. 1800 Jahre alt.

Dieser Teebaum wird noch immer gepflückt, der Preis für den daraus produzierten Tee ist astronomisch. Leider war es wegen unserer langen Anfahrt und dem schlechten Wetter schon wieder Zeit zum Aufbruch und wir mussten leider diesen tollen Ort verlassen. Morgen werden wir nach Men Song fahren, um uns eines der bekanntesten Pu Erh Gebiete anzuschauen und uns über die dortige Machart des Tees zu informieren.

 

Wir freuen uns auf Ihr Feedback

Es verabschiedet sich

Christof Heinickel

 

Jingmai, Mittwoch den 25.04.2013

Nachdem wir heute morgen die Unterkunft gewechselt hatten, ging es nach einem frühen Mittagessen wieder zu den Teebauern, die uns durch ihre Teewälder führen wollten.

Angekommen bei den Teebauern konnten wir das Ergebnis unserer nächtlichen Arbeit des Vortages bewundern. auf luftdurchlässigem Stoff ausgebreitet lag unser Mao Cha, der Pu Erh im Rohzustand. Dieser Tee wurde für uns für die weitere Verarbeitung nach dem trocknen in der Sonne zur weiteren Verarbeitung verpackt und in unseren Bus verladen.

Das Haus der Bauern liegt auf einem Berg, die Wälder erstrecken sich den Berghang herab. Nachdem wir alles Gepäck bei den Bauern verstaut hatten ging es los, bergab in die Wälder.

Der Abstieg war steil, flankiert von alten Teebäumen, die alle aus Samen gezogen waren und neuen Pflanzen, die aus Setzlingen gezogen wurden. Die alten Bäume waren beeindruckend mit ihren dicken Stämmen und ihrer Größe. Interessant war zu sehen, dass auch die Pu Erh Bäume beschnitten werden.

Das Beschneiden der Bäume hat zur Folge, dass die Pflanzen mehr Blattwerk ausbilden und leichter gepflückt werden können. große Bäume werden mit Hilfe von Bambusstäben oder Gestellen gepflückt, damit der Baum durch die Pflücker keinen Schaden nimmt.

Nach einem langen, beschwerlichen Abstieg kamen wir dann bei dem ältesten Baum des Waldes an. Laut des Teebauern ist er über 500 Jahr, aufgrund der Dicke seines Stammes aber eher um die 1000 Jahre alt.

Aus diesem Baum wird Dan Chong Bing Cha, Ein Baum Pu Erh Fladen hergestellt. 1 Kg Tee dies Baumes hat einen Wert von über 5000 Yuan, ca. 670 Euro. Von diesem einem Baum werden ca 6 Kg pro Ernteperiode geerntet.

Nach einer kurzen Pause begannen wir unseren Aufstieg durch Plantagen mit so genanntem Biosphärentee, Plantagentee, der verwildern gelassen wird um so einen höheren Preis zu erzielen.

Da die Pflanzen aber in zu dichtem Abstand stehen und der Tee zum größten Teil aus Setzlingen gezogen wurde, ist das Ergebnis mit Tee aus Wildem Wald und alten Bäumen nicht zu vergleichen. Es wird einfach nur aus Geldgründen gemacht. Glücklicherweise kamen wir irgendwann wieder auf dem Berg an, die Wanderung hatte statt 1,5 Stunden doch knapp 4 Stunden gedauert, was bei dieser Steigung und über 35 Grad eine Lange Zeit ist. Heute Abend werden wir noch etwas über die Kultur des hier lebenden Volkes erfahren und uns dann auf unsere Weiterfahrt nach Menghai vorbereiten.

 

Jingmai, Dienstag den 23.04.2013 – Besuch im alten Wald

Heute morgen um 6 Uhr starteten wir von Kunming aus nach Jinghong. Der Flug dauerte ca. 1 Stunde. Angekommen in Jinghong wartete bereits Meister You mit einem Bus auf uns, der uns in gut 4 Stunden nach Jingmai brachte. Zuerst besuchten wir einen Wald in der Nähe von Mangjing mit aus Samen gezogenen Teebäumen im Alter von 10 Jahren bis über 500 Jahre.

(Mitten zwischen alten Teebäumen)

Diese Bäume werden ausschließlich per Hand gepflückt, was normalerweise 3 mal pro Jahr erfolgen sollte, a der Tee aber so gefragt ist, werden in den meisten Wäldern und Plantage alle 45 Tage geerntet. Zum Pflücken der alten Bäume steigen die Pflückerinnen vorsichtig auf die Bäume bis in die Kronen und ernten dort die Blätter. Neuerdings beginnen die Bauern, so genannte Single Tree Pu Erh herzustellen, die jeweils nur von einem alten Baum gepflückt werden. Diese Tees erzielen sehr hohe Preise.

Im Anschluss an die Führung von Meister You hatten wir Zeit, den Wald alleine zu erkunden und dieRuhe und den Duft der Teebäume zu geniessen. Nachdem wir genug erforscht hatten, fuhren wir weiter, denn es war langsam Essenszeit.

Nach einem kurzen Abendessen fuhren wir los, um Pu Erh herzustellen. Meister You brachte uns zu einem Bauern, der für ihn Pu Erh Tee herstellt. Der Bauer und seine Familie hatten bereits Tee zum im Wok erhitzen vorbereitet.

Zuerst wurden hierfür die Blätter gepflückt, dann im Schatten über acht Stunden welken lassen. Zeiten für die jeweiligen Arbeitsschritte lassen sich bei der Teeherstellung im Allgemeinen sehr schwer angeben, denn sie hängen von verschiedenen Faktoren ab. In unserem Fall war es etwas feucht und sehr windig, daher kamen die 8 Stunden zu Stande. Für den nächsten Arbeitsschritt werden nun die gewelkten Teeblätter im Wok unter ständigem wenden ca. 8 Min erhitzen, bis sie ca. 75 Grad heiss sind. Die Teebauern wenden die Blätter ohne Handschuhe im glühend heißen Wok, wir versuchten es mit Handschuhen und trugen einige Brandblasen davon.

Wichtig ist, dass der ganze Tee im Wok ständig durchmischt werden und nicht zu lange mit dem Wok in Kontakt kommen, da sonst die Blätter verbrennen. Danach kommen die Blätter in Körbe, um sie per Hand zu rollen.

Auch dies ist ein Vorgang, der einiges an Übung braucht. Man beginnt die Blätter mit leichtem Druck zu spiralförmig zu rollen und formt sie langsam zu einer Kugel. Nun wird alles wieder aufgelockert um dann den Vorgang erneut zu beginnen.

Das Rollen in einer spiralförmigen Bewegung ist deshalb wichtig, weil dies die Gefahr verringert, dass die Blätter beim zu kräftigen Rollen zerstört werden. Dies ist zwar anstrengender für den Bauern, der den Tee herstellt, aber entspannter für die Teeblätter. Die Blätter werden während des Rollens immer kompakter und klebriger. Wenn genug von dem Blattsaft ausgetreten ist, lockert man die gerollten Blätter auf und schüttet sie dann in Körbe um, wo die Blätter dann einige Zeit, in unserem Fall bis zum morgen oxidieren. Wenn am morgen dann die Sonne aufgeht, werden die Blätter in der Sonne zum trocknen ausgelegt. Nach diesem Vorgang erhält man den so genannten Mao Cha, Roh Tee. Morgen werden wir die alten Teewälder der Teebauern besuchen, laut den Teebauern soll es eine nicht ganz einfache Wanderung werden.

Es verabschiedet sich aus Jingmai

Christof Heinickel

 

Sonntag den 21.05.2013-Ankunft in Taipeh und Besuch bei Meister Chen

 

Nach gut 13 Stunden Flug kamen wir heute morgen in Taipeh, der Hauptstadt Taiwans an, dem Wohnort unseres Teemeisters Atong Chen.
Nachdem wir unser Gepäck im Hotel verstaut hatten, wartete Atong bereits auf uns, um uns einige seiner neuen Tees auszubrühen. Eins können wir schon vorwegnehmen, die Oolong in diesem Jahr stehen den First Flush Darjeelings in nichts nach, sie sind einfach wunderbar. Wir konnten Qinching Oolong aus neuer Ernte probieren, ein Tee mit einer wunderbaren, natürlichen Milchnote und einen wunderschönen  Baixian, der von den Teebüschen in Meister Chens Garten stammt.

Am meisten begeistert hat uns ein frischer Phönix Dan Chong mit unglaublichem Duft und extrem langem, aromatischem Abgang. Von diesem Tee haben wir eine kleine Menge erwerben können. Sollten Sie sich wegen der extrem begrenzten Menge bereits etwas von diesem Tee vorbestellen wollen. Meister Chen brühte uns dann noch zwei Tees auf, die leider nicht verkäuflich sind. Einen über Holzkohle handgerösteten Li Shan aus dem Jahrgang 2012 mit einer fast vanilligen Note, den er für sich gearbeitet hat und einen gelagerten, chinesischen Tie Guan Yin von 1998, der auf traditionelle Art gearbeitet war und den ganzen Raum mit seinem Duft füllte.

Leider war es dann auch schon wieder Zeit zu gehen und nach einem schnellen Abendessen beendeten wir unseren ersten halben Tag in Teipeh. Morgen werden wir den ganzen Tag unterwegs sein, denn es geht von Teipeh über Nanjing nach Kunming um dann am Dienstag nach Jinghong weiter zu fliegen. Vorausgesetzt wie haben Internet, erfolgt der nächste Blog Eintrag aus Jinghong/ Yunnan, der Heimat des Pu Erh.

 

Es verabschiedet sich für heute

Christof Heinickel