Oolong Tee aus Nord Thailand

Nach einer regnerischen Fahrt mit dem Minibus kamen wir Doi Mae Salong an. An der Grenze zu Burma mitten im Regenwald gelegen, befinden sich dort einige groessere Teegaerten.

Der Teegarten, den wir besuchten, wurde vor ca. 20 Jahren gegruendet. Er liegt auf gut 1200 Metern und baut die Pflanzen Jin Xuan, Si Chi Chun, und Soft Stem (Dong Ding Pflanze) an. Wie mir die Besitzerin bei der Teeverkostung erzaehlte, produziert der Teegarten hauptsaechlich fuer den Export nach Taiwan, beliefert aber auch Teefirmen in Europa, so bezieht zum Beispiel Mariage Frères zwei Sorten ihrer Oolong Tees von ihm, den Oolong Nr. 12 Jin Xuan Milky Oolong und die Nr. 17 Soft Stem Oolong. Das besondere an diesem Garten ist, das er sehr eng mit der Urbevoelkerung zusammenarbeitet. Diese arbeiten als Pfluecker in den Teefeldern und auch in der Teeverarbeitung, ebenso liefern sie Tee aus Wildpflueckung, bzw. ihren eigenen kleinen Teefeldern, angebaut ohne zusatz von Duenger oder Pestiziden, an den Teegarten, der daraus eine Spezialitaet, den Ruby Oolong herstellt. Dieser extrem aromatische, zu ca. 80% oxidierte Oolong wurde deshalb hergestellt, weil die Teeblaetter der Ureinwohner auf dem Weg bis zum Teegarten zu oxidieren beginnen und wegen der Farbveraenderung nicht fuer den export geignet sind. Die Besitzerin und der Teemeister des Gartens wollten aber dennoch den Tee abnehmen um die Bauern zu unterstuetzen und kreirten den Ruby Oolong. So entstand ein wirklich ausgezeichneter Tee.
Nach einem sehr interessanten Gespraech ueber Oolong Tee aus den verschiedenen Anbaulaendern und die verschiedenen Teesorten, lud sie mich ein, die Produktion zu besichtigen und den Teemeister des Teegartens kennenzulernen und mit ihm einige Raritaeten und besondere Qualitaetenzu probieren. Die Produktion arbeitet ausschliesslich mit Maschinen aus Taiwan, die wir bereits vor 2 Jahren kennen gelernt haben. Zusaetzlich kommt sehr viel Handarbeit zum Einsatz, denn der Tee wird am Ende des Oolong Prozesses und dann noch einmal beim Verpacken per hand verlesen. Die Produktion nach internationalen Richtlinien zertifiziert und absolut sauber. Nachdem ich die Produktion besichtigen durfte, lernte ich den Teemeister kennen. Mit ihm probierte ich den Jin Xuan Special und den Soft Stem (Dong Ding) Special, zwei wirklich sehr schoen gearbeitete, stark duftende hochland Oolongs mit klarer, sehr schoener Tasse. Der Jin Xuan hat eine ausgepraegte, natuerliche Milchnote, der Soft Stem eine ausgepraegte florale Note. Diese beiden Tees und den wild gepflueckten Ruby Oolong werde ich in kleiner Menge mit nach Deutschland bringen, sollten Sie Interesse haben, bitte vorbestellen. Nach einem sehr interessanten Gespraech ueber die Philosophie, die hinter dem Anbau des Gartens und ueber Oolong im Allgemeinen mussten wir leider wieder aufbrechen. Bilder zu diesem Post folgen in Kuerze